Einigung auf Frieden in Zentralafrikanischer Republik

Eine Hand hält eine Taube vor blauen Himmel.

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Eine Taube als Friedenssymbol.

Einigung auf Frieden in Zentralafrikanischer Republik
In der Zentralafrikanischen Republik haben sich die Regierung und 14 Rebellengruppen bereiterklärt, den Bürgerkrieg zu beenden. Unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) einigten sich die Konfliktparteien am Samstag auf einen Friedensschluss, wie der Vermittler und AU-Kommissar für Frieden und Sicherheit, Smaïl Chergui, auf Twitter mitteilte. In dem zentralafrikanischen Land herrscht seit 2013 ein blutiger Konflikt, der vor allem von muslimischen und christlichen Milizen ausgetragen wird.

Details zu dem Friedensschluss waren zunächst nicht bekannt. Am Sonntag sollte ein Entwurf des Abkommens unterzeichnet werden, bevor in einigen Tagen ein offizieller Friedensvertrag besiegelt wird. Die Verhandlungen hatten am 24. Januar in der sudanesischen Hauptstadt Khartum begonnen. 

UN-Untergeneralsekretär Jean-Pierre Lacroix rief die Parteien auf Twitter dazu auf, die getroffenen Vereinbarungen schnell umzusetzen. Früher geschlossene Friedensabkommen wurden immer wieder gebrochen.

Bei den Verhandlungen wurden Medienberichten zufolge unter anderem die Einrichtung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission und die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit diskutiert. Einer der Streitpunkte war demnach die Frage, ob es eine Amnestie für die Anführer der Milizen geben soll. Die Regierung lehnte eine Straffreiheit zunächst ab. Die Parteien hätten jedoch in diesem Punkt einen Kompromiss erreicht, berichtete der französische Radiosender RFI am späten Samstagabend. 


In dem Konflikt ermitteln unter anderem der Internationale Strafgerichtshof und ein 2015 gegründetes Sondertribunal. Beide Justizbehörden schließen Amnestien für Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aus.

Die Zentralafrikanische Republik mit knapp fünf Millionen Einwohnern versank nach dem Sturz von Präsident Francois Bozizé im März 2013 in einem blutigen Konflikt. Dutzende Rebellengruppen, darunter die mehrheitlich christliche Anti-Balaka-Bewegung und die muslimisch-geprägten Seleka, lieferten sich Gefechte. Trotz des Einsatzes internationaler Truppen und mehrerer Versuche, Frieden zu schließen, kam das Land bis zuletzt nicht zur Ruhe. Nach UN-Angaben sind rund drei Millionen Menschen, und damit mehr als 60 Prozent der Bevölkerung, auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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