Unicef: Alle zehn Minuten stirbt im Jemen ein Kind

Kinder im Jemen

Foto: dpa/Mohammed Mohammed

Eine Frau hält ein unterernährtes Kind in einem Krankenhaus in der Provinz Hadscha.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen weist auf eine Hungerkatastrophe im Jemen hin. "Für die Kinder ist es eine Hölle auf Erden", sagte die Sprecherin von Unicef Deutschland, Ninja Charbonneau, am Mittwoch im WDR-Hörfunk.

80 Prozent der Kinder seien dringend auf Hilfe angewiesen. Unter der großen Zahl akut mangelernährter Kinder seien allein 400.000 lebensbedrohlich erkrankt. "Alle zehn Minuten stirbt ein Kind, obwohl es nicht sein müsste", sagte Charbonneau.

Die Unicef-Sprecherin betonte, dass die Krise im Jemen allein menschengemacht sei und nicht durch Dürre oder eine andere Naturkatastrophe verursacht wurde. Der kriegerische und politische Konflikt in dem Land habe sich sei Jahren dramatisch zugespitzt. Der Jemen sei ein Land, der ohnehin hauptsächlich auf Lebensmittelimporte angewiesen sei. Durch den Konflikt gebe es nun Engpässe bei der Versorgung.



Viele Todesfälle unter den Kindern seien eigentlich vermeidbar, betonte die Unicef-Sprecherin. Aber es mangele in dem Land - neben der schwierigen Versorgungslage mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser - an einer Basis-Gesundheitsversorgung oder Impfungen. "Es ist eine Katastrophe, dass das im 21. Jahrhundert immer noch passiert und wir am Rande einer Hungerskatastrophe stehen", sagte Charbonneau.

Immerhin könnten Hilfsorganisationen wie Unicef mit lokalen Partnern überall im Lande tätig sein und helfen, das Leiden der Kinder zu mildern. Unicef und andere Organisationen könnten aber lediglich ihren Teil dazu beitragen, die Misere zu begrenzen. "Eine Lösung kann nur das Ende des Konfliktes sein", betonte Charbonneau. Im Jemen kämpfen die Regierung und eine Militärkoalition unter Führung von Saudi-Arabien gegen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.