Feuertod eines Syrers: Druck auf NRW-Justizminister wächst

Peter Biesenbach

Foto: Christophe Gateau/dpa

Der Druck auf Peter Biesenbach (CDU), den NRW-Justizminister, wächst.

Feuertod eines Syrers: Druck auf NRW-Justizminister wächst
Nach dem Tod eines unschuldig in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kleve inhaftierten syrischen Flüchtlings wächst der Druck auf NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU). Der SPD-Fraktionsvize im Landtag, Sven Wolf, forderte am Freitag in Düsseldorf den Rücktritt des Ministers, weil er Öffentlichkeit und Parlament "an der zentralen Stelle falsch informiert hat".

Biesenbach habe seine Glaubwürdigkeit verspielt. Auch die Grünen kritisierten den Minister, weil er wichtige Informationen zu dem Vorfall in der JVA "scheibchenweise und immer erst mit Verzögerung mitteilt". Ein Sprecher des Justizministeriums wies die Vorwürfe zurück.

Hintergrund der Rücktrittsforderung und der Kritik sind Medienberichte, wonach der 26 Jahre alte Syrer den tödlichen Brand in seiner Zelle möglicherweise doch nicht selbst gelegt hatte. Das soll die Auswertung eines internen Berichts des Justizministeriums ergeben, wie der WDR meldete. Demnach soll der Häftling über die Gegensprechanlage seiner Zelle versucht haben, Hilfe zu rufen. Möglicherweise war zudem das mit dem Notruf gekoppelte Lichtsignal deaktiviert. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre die bislang vom Ministerium vertretene Suizid-Theorie im Kern erschüttert.

Der 26-Jährige war Ende September in einem Krankenhaus an den Folgen eines in seiner Zelle ausgebrochenen Feuers gestorben. Ob, wann und wie die Gegensprechanlage ausgelöst wurde, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Krefeld dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Syrer hatte wochenlang unschuldig in der JVA Kleve eingesessen, weil er Opfer einer Namensverwechslung der Ermittler geworden war.

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