Nach Freilassung: Pastor Brunson von Trump im Weißen Haus empfangen

Der zwei Jahre lang in der Türkei festgehaltene US-Geistliche Andrew Brunson hat nach seiner Heimkehr den US-Präsidenten getroffen.

Dieser feierte die Freilassung des Pastors als Erfolg. Brunson betete für "übernatürliche Weisheit" für Trump.

Nach zwei Jahren in Haft und Hausarrest in der Türkei ist der US-Pastor Andrew Brunson in seine Heimat zurückgekehrt. Der evangelikale Geistliche und seine Ehefrau Norine wurden am Samstag von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus empfangen. Er gratuliere Brunson, sagte Trump. Der Pastor habe die USA wachgerüttelt. Es gebe großes Interesse an Brunsons Glauben und "dem, was er durchgemacht hat".

Brunson sagte, Trumps Regierung habe hart für ihn gekämpft. Vor laufenden Kameras kniete der Pastor neben dem sitzenden Präsidenten, legte ihm eine Hand auf die Schulter und las ein Segensgebet. Brunson betete für "übernatürliche Weisheit" für den Präsidenten. Gott möge Trump schützen vor den Verleumdungen seiner Feinde. Trump fragte Brunson, wen er gewählt habe. Der Pfarrer erwiderte, er habe seine Stimme aus der Haft per Briefwahl abgegeben.

Der Fall Brunson hatte zu erheblichen politischen Verstimmungen zwischen den USA und der Türkei geführt. Der Pastor aus North Carolina lebte und arbeitete seit mehr als 20 Jahren in der Türkei. Im Oktober 2016 wurde er wegen Verdachts auf Spionage und Unterstützung einer Terrororganisation festgenommen. Im Juli dieses Jahres wurde seine Untersuchungshaft in Hausarrest umgewandelt. Trump und zahlreiche US-Politiker hatten die Freilassung des Geistlichen gefordert und erklärt, dieser sei unschuldig.

Am Freitag setzte ein türkisches Gericht Brunson schließlich auf freien Fuß. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Washington Post" wurden die Brunsons umgehend mit einem US-Militärflugzeug ausgeflogen. Bei einem Zwischenstopp in Deutschland habe US-Botschafter Richard Grenell Brunson eine US-Flagge überreicht. Der Pastor habe die Flagge geküsst, berichtete die Zeitung.

Trump betonte am Samstag erneut, dass es in Brunsons Fall "absolut keinen Deal" gegeben habe zwischen den USA und der Türkei. Den Pastor lobt er auf Twitter als "großartigen Christ".

Internationales Missionsprogramm

Bei evangelikalen Christen stieß der Einsatz des US-Präsidenten für den Geistlichen auf große Zustimmung. Der Baptistenprediger Franklin Graham dankte der Regierung. Ohne Trump und Vizepräsident Mike Pence wäre Brunson nicht frei gekommen, schrieb Graham auf Facebook.

Brunson gehört den zählenden Evangelikalen Presbyterianischen Kirchen an. Der 1981 gegründete Verband umfasst nach eigenen Angaben 600 Gemeinden und bezeichnet sich als "tief verwurzelt in der protestantischen Reformation" und besonders in der Theologie des Reformators Johannes Calvin (1509-1564). Die Kirchen betreiben ein internationales Missionsprogramm.

Am Samstag sagte Brunson laut "New York Times", er werde vorläufig in den USA bleiben, wisse aber nicht, was kommen werde. Er liebe die Türkei und die Menschen dort.