Landeskirchen wollen Anlaufstelle für Missbrauchsopfer

Schild mit dem Symbol eines Treffpunkts

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Eine zentrale evangelische Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs ist in Planung.

Die protestantischen Landeskirchen haben sich für eine zentrale evangelische Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs ausgesprochen.

Man sei einverstanden, dass die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als Dachorganisation eine externe qualifizierte Person oder Beratungsstelle beauftrage, heißt es in einem Beschluss der Kirchenkonferenz, dem Zusammenschluss der 20 Landeskirchen, vom 5. September, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Die Stelle soll von kirchlichen Strukturen unabhängig sein und als eine Art Lotsenstelle für Betroffene sexueller Gewalt zur Verfügung stehen. Die komplizierte föderale Organisation der evangelischen Kirche gilt als ein Hindernis für Opfer, wenn sie auf der Suche nach Hilfe und dem richtigen Ansprechpartner sind. Ein Sprecher der EKD hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass das Thema Missbrauch in diesem Jahr auch die EKD-Synode, das Parlament der evangelischen Kirche, beschäftigen und die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle dabei eine Rolle spielen wird.



Aus dem Beschluss der Kirchenkonferenz geht zudem hervor, dass die Landeskirchen bis zu fünf Vertreter von Kirchenleitungen zu Beauftragten für das Thema Missbrauch ernennen wollen. Sie sollen gemeinsam im öffentlichen Diskurs Stellung nehmen und die mit dem Thema verbundenen Aufgaben innerkirchlich und gesellschaftlich voranbringen, heißt es. Mitglieder des Beauftragtenrats werden den Angaben zufolge die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, der Badener Bischof Jochen Cornelius-Bundschuh, der Braunschweiger Bischof Christoph Meyns, die Leiterin des Oberkirchenrats in Oldenburg, Susanne Teichmanis, und der bayerische Landeskirchenamtsleiter Nikolaus Blum.