EKD stellt sich Forderung nach mehr Engagement in Flüchtlingspolitik

Online-Veranstaltung "Europe Calling" mit Heinrich Bedford-Strohm am 29.8.18

Foto: DEKT/Jens Schulze/epd-bild/mck/privat

Beatrice von Weizsäcker, Heinrich Bedford-Strohm und Sven Giegold stellen die größte Video-Konferenz in der deutschen Kirchengeschichte, die Online-Veranstaltung "Europe Calling", auf die Beine.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) stellt sich am Mittwoch in einer Internet-Diskussion der Forderung nach einem deutlicheren Engagement der Kirchen in der Flüchtlingspolitik.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sei bereit, Bürgern und Presse bei der Online-Veranstaltung "Europe Calling" ab 20 Uhr Rede und Antwort zu stehen, teilte Mitinitiator Sven Giegold (Grüne) am Montag auf seiner Internetseite mit. Der Europaabgeordnete erklärte, für die "bis dato größte Video-Konferenz in der deutschen Kirchengeschichte" hätten sich bereits mehr als 1.400 Menschen angemeldet.

Giegold hatte vor zwei Monaten gemeinsam mit der Autorin Beatrice von Weizsäcker und dem Historiker Ansgar Gilster im Internet einen Aufruf zur Flüchtlingspolitik in Europa unter dem Motto "Erst stirbt das Recht, dann der Mensch!" gestartet. Darin verlangen sie von den EU-Regierungen, "den Flüchtlingsschutz nicht weiter zu gefährden" und stattdessen eine "christliche, menschenrechtliche und solidarische Flüchtlingspolitik" zu betreiben.

An die Kirchenleitungen in Europa gewandt, fordern die drei, die alle dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages angehören, in der Petition: "Setzen Sie sich für Flüchtlinge ein. Äußern Sie sich mutiger, klarer und unmissverständlich." Bis Montagmittag zählte die Internetseite change.org rund 109.000 Unterschriften für die Petition. Am Mittwoch wollen auch Giegold und von Weizsäcker mit Bedford-Strohm diskutieren.