EKD-Ratsvorsitzender sieht Rückenwind für die Ökumene

Heinrich Bedford-Strohm

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Heinrich Bedford-Strohm ist der Auffassung, dass die Ökumene auf einem guten Weg ist.

Trotz Irritationen um die Zulassung von Protestanten zur katholischen Kommunion sieht der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die Ökumene auf einem guten Weg.

Denn der Papst habe deutlich gemacht, dass es keine "ökumenische Bremse" geben soll, sagte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressedienst (epd). Nach Auffassung des Papstes könne die Handreichung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zur Zulassung zum Abendmahl in manchem noch weiter gehen. "Das ist eine völlig andere Botschaft als das Gros der Zeitungsüberschriften, die es vorher gegeben hatte", sagte der EKD-Ratsvorsitzende.

Zahlreiche Bistümer hatten in den vergangenen Tagen angekündigt, konfessionsverbindende Ehepaare bei einer gemeinsamen Gewissensentscheidung durch Geistliche zu begleiten und die katholische Kommunion dann für Protestanten im Einzelfall zu öffnen. Andere haben sich noch nicht dazu geäußert oder sind zurückhaltend. Nachdem der Vatikan die Veröffentlichung der entsprechenden Handreichung Anfang Juni überraschend zurückgehalten hatte, war das Papier wenig später als Orientierungshilfe für die einzelnen Bischöfe veröffentlicht worden, aber nicht als offizielle Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz, wie ursprünglich geplant.

Unter dem Strich bleibe, dass drei Viertel der deutschen katholischen Bischöfe die Handreichung beschlossen haben, sagte Bedford-Strohm. Dabei sei es besonders berührend, dass diese Handreichung mit einem klaren Bezug auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 beginne. "Auch das zeigt, wie richtig und wegweisend es war, dass wir das Reformationsjubiläum ökumenisch gefeiert haben", sagte der Ratsvorsitzende. Durch das Reformationsjubiläum und die katholische Handreichung habe die Ökumene "eine gehörige Portion Rückenwind" bekommen.

Die nun veröffentlichte Orientierungshilfe gilt als Hilfestellung für die Gespräche der Seelsorger. Danach soll evangelischen Gläubigen mit katholischem Ehepartner ein Weg pastoraler Begleitung offenstehen, bei dem im Einzelfall der Empfang der katholischen Kommunion möglich werden kann.