Mainzer trauern um Susanna F.

Trauerkundgebung für die ermordete Schülerin Susanna F. .

Foto: epd-bild/Maik Reuss

Trauerkundgebung für die ermordete Schühlerin Susanna F. Die Menschen bei der Trauerfeier in Mainz empfinden Schmerz und Wut über die Brutalität des Verbrechens.

Rund 150 Menschen sind am Montagabend in der Mainzer Innenstadt zu einer Trauerkundgebung für die ermordete Schülerin Susanna F. gekommen. Sie folgten einem Aufruf des DGB und versammelten sich bei Dauerregen auf dem Platz vor dem Mainzer Gutenberg-Denkmal.

Nur wenige hundert Meter entfernt standen sich vor dem Mainzer Dom rund 25 Demonstranten der rechtsgerichteten Initiative "Kandel ist überall" mit Deutschlandfahnen in den Händen und etwa 100 lautstarke linke Gegendemonstranten gegenüber.

Teilnehmer der Mahnwache "Kandel ist überall" in Mainz. Der Tod von Tod von Susanna wird Instrumtaliesiert von rechten Bewegungen.

Bei der vom DGB angemeldeten Kundgebung sagte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), zunächst gehe es jetzt darum, Trauer und Menschlichkeit zu zeigen. Für Diskussionen über politische Konsequenzen sei noch nicht die Zeit. Die Menschen in Mainz empfänden Schmerz und Wut über die Brutalität des Verbrechens. Allerdings gebe es viele Fragen in dem Fall, die beantwortet werden müssten, etwa die, warum die Familie des Tatverdächtigen Deutschland so leicht verlassen konnte.

Der evangelische Mainzer Dekan Andreas Klodt sagte, er sei sich sicher, dass die Gesellschaft über genug Kraft und Emotionen verfüge, um "diesem schrecklichen Sterben etwas entgegenzusetzen". Zur Teilnahme an der DGB-Mahnwache hatte auch die Kirche aufgerufen.

Der Tatverdächtige in dem Mordfall Susanna F., der 20-jährige Iraker Ali B., war am Samstag von irakischen Behörden abgeschoben und in Begleitung von Bundespolizisten nach Frankfurt am Main geflogen worden. Der 2015 als Flüchtling nach Deutschland eingereiste B. gestand in den Vernehmungen, Susanna F. umgebracht zu haben, bestritt allerdings eine Vergewaltigung. Ali B. wurde daraufhin in Untersuchungshaft genommen und in die Justizvollzugsanstalt Frankfurt überstellt.

Anfang Juni hatte sich der Tatverdächtige mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt. Dort wurde er von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen.

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