Unicef warnt vor Massensterben von Kindern in Somalia

Massensterben von Kindern in Somalia

Foto: Gioia Forster/dpa

Die Kinder in Somalia drohen zu verhungern, wenn sie nicht rechtzeitig Spezialnahrung bekommen.

In Somalia droht laut Unicef ein Massensterben von Kindern. Bis zum Jahresende werde die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die unter der schwersten Form von Unterernährung leiden, auf mehr als 230.000 steigen, warnte ein Sprecher des UN-Kinderhilfswerks am Freitag in Genf.

Sie alle drohten zu verhungern, wenn sie keine Spezialnahrung erhielten. Wegen Geldmangels habe Unicef in diesem Jahr bisher aber erst 88.000 Kinder damit versorgen können. Von den für 2018 erforderlichen 155 Millionen US-Dollar für die Somalia-Hilfe habe Unicef erst 24 Millionen Dollar erhalten, sagte Sprecher Christophe Boulierac. Er rief die internationalen Geber zu großzügiger Hilfe auf.

Die Mädchen und Jungen seien besonders durch Krankheiten wie Durchfall gefährdet, da sie keine Widerstandskräfte hätten, sagte der Sprecher. Verschärft wird die humanitäre Krise Boulierac zufolge durch anhaltende Regenfälle und Überschwemmungen. Seit April seien 230.000 Menschen, die Hälfte davon Kinder, vor den zerstörerischen Fluten geflohen.

Mehr als 2,8 Millionen Binnenflüchtlinge

Insgesamt irren demnach in dem Land am Horn von Afrika mehr als 2,8 Millionen Binnenflüchtlinge umher. Viele Menschen seien seit Jahren vor Gewalt und Dürren auf der Flucht. Somalia versank nach dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 in Bürgerkrieg und Anarchie. Trotz der Stationierung von Soldaten unter Mandat der Afrikanischen Union kommt es nicht zur Ruhe. Die islamistische Al-Shabaab-Miliz kämpft für die Errichtung eines Gottesstaates und gegen die Zentralregierung.