Attentat auf Versammlung von Religionsführern in Afghanistan

Ein Soldat sitzt im Geschützturm eines gepanzerten Fahrzeugs.

Foto: Rahmat Gul/AP/dpa

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Klerikertreffen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mehrere Menschen getötet worden.

Bei einem Selbstmordattentat auf eine Versammlung von Religionsführern sind in Afghanistan mindestens 14 Menschen getötet worden.

Der große Rat von mehr 2.000 islamischen Geistlichen hatte sich in der Hauptstadt Kabul getroffen, um einen Bannspruch, eine Fatwa, gegen Selbstmordattentate zu verkünden, wie afghanische Medien am Montag berichteten. Die Attentäter zündeten ihre Sprengsätze vor dem Ratszelt. Zahlreiche Teilnehmer wurden verletzt. Die Taliban bestritten eine Täterschaft.

"Krieg in allen Formen ist nach Auffassung des islamischen Rechtes, der Scharia, verboten", hieß es in der Fatwa der islamischen Gelehrten. "Selbstmordattentate, Explosionen, um Menschen zu töten, Spaltung, Aufstand, Korruption, Raub, Geiselnahme und jede Form von Gewalt wird im Islam zu den großen Sünden gerechnet und verstoßen gegen die Befehle des allmächtigen Allah", erklärten die afghanischen Islam-Lehrer.

Neben den Taliban gibt es noch etliche andere islamistische Terrorgruppen im Land, unter anderem "Daesh", einen Ableger der Terrororganisation "Islamischer Staat". Seit Ende der Nato-Kampfmission 2014 hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan weiter verschlechtert. Die Taliban, die zwischen 1996 und 2001 das Land beherrschten, kontrollieren inzwischen wieder große Teile des Landes.