Frauenquote: Innenministerium rechtfertigt männliche Führungsriege

Der Neubau des Bundesministerium des Innern

Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Lieber ein Gebäudefoto vom Bundesministerium des Innern als ein Gruppenfoto mit acht männlichen Staatssekretären.

Frauenquote: Innenministerium rechtfertigt männliche Führungsriege
Das Bundesinnenministerium hat seine ausschließlich mit Männern besetzte Führungsspitze verteidigt.

Minister Horst Seehofer (CSU) habe sich für Personen entschieden, die aus seiner Sicht die Richtigen seien, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin. Im Koalitionsvertrag gebe es eine Zielmarke zur Besetzung von Spitzenpositionen mit Frauen, räumte er ein und ergänzte gleichzeitig: "Die liegt in der Zukunft."

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart eine gleichberechtigte Teilhabe in Leitungsfunktionen des öffentlichen Dienstes bis 2025 zu erreichen. Ab dann sollen Spitzenpositionen möglichst zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt sein.

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Das Bundesinnenministerium gab am Freitag die neuen Staatssekretäre bekannt, die am Mittwoch vom Kabinett bestätigt wurden. Alle fünf Posten werden von Männern besetzt, zwei davon bleiben in ihrer Position. Dazu sorgte ein Foto der Führungsriege des Ministeriums, auf dem Minister Seehofer von acht Männern umgeben ist, inzwischen für Spott im Netz.

Im Kurznachrichtendienst Twitter wurde über die "MANNschaft" gewitzelt und in Anspielung an Seehofers Satz "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" auch darüber, ob Frauen zu Deutschland gehörten. Das Bild wurde inzwischen von der Website des Ministeriums genommen und durch ein Gebäude-Foto ersetzt.