Paralympics-Pastor hofft auf Aufschwung für Behindertensport

Der Paralympics-Seelsorger Christian Bode

Foto: epd-bild / privat

Bode war als einziger Seelsorger der Evangelischen Kirche in Deutschland zu den Paralympischen Winterspielen ins südkoreanische Pyeongchang gereist.

Paralympics-Pastor hofft auf Aufschwung für Behindertensport
Der Paralympics-Seelsorger Christian Bode hofft, dass die intensive Medienberichterstattung über die am Sonntag zu Ende gegangenen Winterspiele für einen weiteren Aufschwung im Behindertensport sorgt. "Wie immer fühlen sich Menschen mit besonderen Grenzen durch die Wahrnehmung der Paralympics motiviert, selbst aktiv zu werden", sagte der evangelische Theologe aus dem niedersächsischen Holzminden dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Bode war als einziger Seelsorger der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu den Paralympischen Winterspielen ins südkoreanische Pyeongchang gereist. Gemeinsam mit einem Kollegen der katholischen Kirche begleitete der Theologe das deutsche paralympische Team mit 20 Athleten und rund 50 Betreuern.

Kritik übte der Seelsorger an der kurzfristig erteilten Startberechtigung für eine unter Doping-Verdacht stehende russische Biathletin, die bei den Spielen gleich mehrere Medaillen gewann. Dies habe nationenübergreifend für große Irritationen und Empörung gesorgt, sagte Bode. "So verspielt man meiner Meinung nach die klare Haltung, die der internationale Verband noch im Jahr 2016 gezeigt hat."

Bei den Sommerspielen vor zwei Jahren im brasilianischen Rio de Janeiro hatte das paralympische Komitee noch alle russischen Sportler aufgrund eines offenbar staatlich gelenkten Doping-Systems ausgeschlossen. Auch in Pyeongchang durften nur ausgewählte russische Sportler unter neutraler Flagge antreten.

Künftig müsse auch perspektivisch diskutiert werden, wie insbesondere die Winterspiele noch nachhaltiger und vielleicht auch kostengünstiger gestaltet werden könnten, sagte Bode. Wenn beispielsweise ein Olympia-Stadion für mehr als 60 Millionen Euro gebaut werde, nur um es nach den Spielen wieder zurückzubauen, könne er verstehen, dass Europa bei den Bewerbungen zurückhaltender sei. "Ein bisschen mehr Bescheidenheit wäre aus meiner Sicht durchaus angebracht."

Bode ist seit 2012 bei den paralympischen Spielen bei den Wettkämpfen dabei. Gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen organisierte er vor Ort auch Gottesdienste und Andachten. Jeden Morgen schickte er außerdem an interessierte Sportler und Team-Mitglieder einen religiösen Impuls per SMS, WhatsApp oder Mail. Auch eine 24-seitige Broschüre unter dem Titel "Mittendrin" hatten die Seelsorger im Gepäck. Kurze Texte zu Themen wie Sieg oder Niederlagen sollten dabei zu kurzen Pausen der Besinnung anregen.

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