UN-Generalsekretär: Syrien ist die "Hölle auf Erden"

UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte, dass die Waffenruhe auch wirklich genutzt werden müsse, um Menschen zu helfen.

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UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte, dass die Waffenruhe auch wirklich genutzt werden müsse, um Menschen zu helfen.

Der UN-Sicherheitsrat hat am Samstag eine 30-tägige Waffenruhe beschlossen. Der Kampf gegen Terrorgruppen ist allerdings ausgenommen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte, dass die Waffenruhe auch wirklich genutzt werden müsse, um Menschen zu helfen.

Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die sofortige Umsetzung der internationalen Resolution zur Waffenruhe in Syrien verlangt. Angesichts neuer Angriffe auf das Rebellengebiet Ost-Ghuta bei Damaskus sagte Guterres am Montag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf, es sei höchste Zeit, die "Hölle auf Erden" zu stoppen.

Der Beschluss des UN-Sicherheitsrates vom Samstag über eine 30-tägige Waffenruhe habe nur dann einen Wert, wenn er auch respektiert werde. Während die Waffen schweigen, sollten die UN und ihre Partner dringend benötigte Hilfsmittel an die Bevölkerung liefern. Zudem müssten die Verletzten und die Kranken evakuiert werden, betonte der UN-Generalsekretär.

Guterres machte klar, dass der Kampf gegen den Terrorismus keine Angriffe auf wehrlose Zivilisten rechtfertige. Arabische Medien hatten erneut von Luftangriffen des Assad-Regimes, bei denen auch Giftgas freigesetzt worden sei, auf Ost-Ghuta berichtet. Die Attacken seien nach Verabschiedung der Resolution erfolgt.

Das UN-Gremium hatte sich am Wochenende nach langem Widerstand des Assad-Verbündeten Russland einstimmig auf die Waffenruhe geeinigt. Allerdings ist der Kampf gegen Terrorgruppen von der Feuerpause ausgenommen. Das Regime von Baschar al-Assad bezeichnet fast alle Gegner als Terroristen. Laut Diplomaten hat die Resolution deshalb möglicherweise nur wenig Wirkung, weil Assad unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Terrorismus seine Angriffe auf alle Widersacher fortsetzen könnte.

Regierungstruppen belagern Ost-Ghuta, wo 400.000 Menschen seit Monaten ohne Hilfslieferungen ausharren. Bei Angriffen auf die Rebellenregion in den vergangenen Tagen wurden Hunderte Kinder, Frauen und Männer getötet oder verletzt.

Die Tragödie von Ost-Ghuta und die internationale Empörung darüber führten zu der Resolution des UN-Sicherheitsrates. In Syrien bekriegen sich das Assad-Regime, Rebellengruppen und Terrormilizen. Seit 2011 starben Hunderttausende Menschen, Millionen sind auf der Flucht.