Baptistenprediger Billy Graham gestorben

Billy Graham

Foto: Nell Redmond/FR25171 AP/dpa/Nell Redmond

Billy Graham galt als "Amerikas Pastor", mehrere Präsidenten suchten seinen Rat.

Der US-amerikanische Baptistenpastor und Erweckungsprediger Billy Graham ist im Alter von 99 Jahren in seinem Haus in Montreat, North Carolina, gestorben, teilte die "Billy Graham Evangelistic Association" am Mittwoch über einen Sprecher mit.

Billy Graham soll in seinem Leben vor mehr Menschen als irgendjemand anderes gepredigt haben, beinahe 215 Millionen Menschen in mehr als 185 Ländern sollen ihn gehört haben, wie die "Billy Graham Evanglist Association" in einem Porträt schreibt. Hundert Millionen weitere soll er über Fernsehen, Video, Film und das Internet erreicht haben.

Graham führte von den 1950er-Jahren bis zum Jahr 2000 Massenevangelisationen, sogenannte "crusades" (englisch für Kreuzzüge), durch. In Deutschland führte er in Verbindung mit der Evangelischen Allianz insgesamt fünf "crusades" durch. Die bekannteste unter ihnen war die Euro '70, die in Dortmund stattfand und in viele Großstädte Deutschlands live übertragen wurde. Er war in den 1990er-Jahren ebenfalls am Aufbau von ProChrist beteiligt.

Graham litt an Parkinson sowie an Prostatakrebs und beendete im Jahre 2000 seine Missionsarbeit. Er predigte jedoch auch später noch vor großem Publikum.

"Mit Billy Graham ist einer der bekanntesten Prediger des 20. Jahrhunderts gestorben", würdigte Thies Gundlach, theologischer Vizepräsident der Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), den US-Prediger. Auch im deutschen Protestantismus habe Graham mit seinen Predigten und den von ihn geprägten Veranstaltungen viele Menschen für die Botschaft des Evangeliums begeistert. "Die Evangelische Kirche ist dankbar für seine Rolle in der ökumenischen Verständigung und seinen Einsatz für die Weitergabe des christlichen Glaubens", asgte Gundlach.