Bürgermeister warnt vor Fremdenfeindlichkeit nach tödlicher Messerattacke

Bürgermeister warnt vor Fremdenfeindlichkeit nach tödlicher Messerattacke
Nach der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige im rheinland-pfälzischen Kandel mahnt Bürgermeister Volker Poß (SPD) zur Ruhe. Obwohl es sich bei dem Tatverdächtigen um einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling aus Afghanistan handelt, sei vorschnelles Handeln fehl am Platz, sagte Poß am Freitag im Südwestrundfunk. "Fremdenfeindliche Parolen in die Welt zu setzen, ist im Moment der falsche Weg", sagte der Kommunalpolitiker.

Der Bürgermeister reagierte damit auf vereinzelte E-Mails, die er bereits erhalten habe: "Da ist von Politikversagen die Rede. Da macht das Wort Abschiebung die Runde, und es werden Konsequenzen im Umgang mit Flüchtlingen eingefordert." Das weitere Vorgehen müsse aber in Ruhe überlegt werden. Im Vordergrund stünden im Moment das tiefe Mitgefühl und die große Anteilnahme, die der Familie des Opfers gelten würden.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Medienberichten um den Ex-Freund der getöteten 15-Jährigen. Die Tat ereignete sich in einem Drogeriemarkt. Die Eltern des Opfers hatten den Jungen bereits Mitte Dezember wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung angezeigt. Ob die Polizei in dem Fall früher hätte eingreifen müssen, wollte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kandel nicht weiter kommentieren. "Die Polizei hat ja eingegriffen. Der Täter war ja bekannt gewesen. Die Polizei hat reagiert", sagte Poß.

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