Gabriel: Reformation fordert außenpolitisch zur Einmischung auf

Gabriel: Reformation fordert außenpolitisch zur Einmischung auf
Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat anlässlich des 500. Reformationsjubiläums zur Bewahrung von Martin Luthers Erbe auch in der Außenpolitik aufgefordert.

"Unser heutiges humanistisches, aufgeklärtes Weltbild verdanken wir auch den Reformatoren und ihrem Wirken", erklärte er am Montag in Berlin. Werte wie Frieden, Freiheit und Verantwortung stünden angesichts einer konfliktgeplagten, nach Orientierung suchenden Welt, in der Autoritarismus und Renationalisierungstendenzen zunehmen, unter Druck, sagte er.

Wenn am Dienstag auf 500 Jahre Reformation zurückgeblickt werde, "dann tun wir dies in dem Wissen, dass unser Land außenpolitisch mehr denn je gefordert ist, für diese Werte einzustehen", sagte Gabriel. Die Antwort auf die Herausforderungen könne nicht darin bestehen, sich im nationalen Schneckenhaus einzurichten. "Stattdessen müssen wir im Sinne von Luthers Aufruf des 'Mischt Euch ein!' beharrlich für Ausgleich und Frieden weltweit arbeiten und das Gespräch auch mit denjenigen suchen, die unsere Werte nicht teilen", sagte der SPD-Politiker. Er plädierte auch dafür, das friedenstiftende Potential der Religionen außenpolitisch stärker zu nutzen als bisher.

Am Dienstag, dem Reformationstag, feiern Vertreter von Kirche und Staat das Finale des Reformationsjubiläums mit einem Gottesdienst und Festakt in Wittenberg. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

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