Bedford-Strohm fordert von neuer Koalition globale Gerechtigkeit

Bedford-Strohm fordert von neuer Koalition globale Gerechtigkeit
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat an die künftigen Regierungspartner appelliert, sämtliche Beschlüsse auf ihre globale Verträglichkeit hin zu überprüfen.

Es gebe ein "weltweites Gerechtigkeitsproblem", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Wochenende. "Daher sollte bei jeder Entscheidung, die die neue Bundesregierung trifft, ein 'Eine-Welt-Check' durchgeführt werden." Eine solche Verträglichkeitsprüfung stelle die Frage, welche Auswirkungen ein Beschluss auf "die schwächsten Glieder der Menschheit" habe. 

Als wichtige Aufgabe einer möglichen Jamaika-Regierung nannte Bedford-Strohm den Kampf gegen den Klimawandel. "In Deutschland liegt der Pro-Kopf-CO2-Ausstoß bei 9,1 Tonnen pro Jahr, in Tansania bei 0,2 Tonnen", sagte er. "Das zeigt, dass diejenigen, die die ersten Opfer des Klimawandels sind, am wenigsten dazu beigetragen haben." Als dringendes Ziel forderte der bayerische Landesbischof den Ausstieg Deutschlands aus der Kohleenergie. Kohle sei ein wesentlicher Faktor für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2).

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Aber auch bei der Mobilität müsse man so schnell wie möglich den CO2-Ausstoß verringern. Bei Entscheidungen für Alternativen zu Verbrennungsmotoren müsse aber auch verantwortlich mit Arbeitsplätzen umgegangen werden. 

In der Flüchtlingspolitik sprach sich Bedford-Strohm sowohl gegen eine Obergrenze als auch gegen eine Einschränkung des Familiennachzugs aus. Für Humanität gebe es keine Obergrenze. "Es geht also nicht um die Frage, bei welcher Zahl unsere Verpflichtung zur Hilfe erfüllt ist, sondern es geht um die Frage: Wieviel Kraft haben wir?" sagte er. "Es ist vor allem unerlässlich, dass wir die Fluchtursachen der Menschen in ihren Ländern bekämpfen müssen." 

Für die Integration sei es schädlich, wenn Menschen lange Zeit von ihren Angehörigen getrennt seien. "Wenn die aktuellen Prognosen für den Familiennachzug zutreffen, halte ich ihn für verkraftbar", sagte der Ratsvorsitzende. "Das sind keine Massen, die da kommen. Zudem haben wir eine humanitäre Verpflichtung zu helfen. Unser Verantwortungshorizont endet nicht an den bayerischen, deutschen oder europäischen Grenzen."

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