Gottesdienst wirbt für Toleranz zum "Christopher Street Day"

Gottesdienst wirbt für Toleranz zum "Christopher Street Day"
Mit einem multireligiösen Gottesdienst zum "Christopher Street Day" ist am Freitagabend in Berlin ein Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung gesetzt worden.

Vertreter des Christentums, des Judentums und des Islams sprachen sich dabei für gleiche Rechte für alle Menschen sowie eine offene und vielfältige Gesellschaft aus. Auch wurde ein friedlicher Verlauf der Homosexuellenparade an diesem Samstag in der Bundeshauptstadt wurde angemahnt. Erstmals wird beim "Christopher Street Day" ein Wagen der evangelischen Kirche in Berlin mitfahren.

Im Fürbittengebet wurde an den in der Türkei inhaftieren Menschenrechtler Peter Steudtner sowie andere Inhaftierte und Gewaltopfer erinnert. Die Einführung der "Ehe für alle" in Deutschland wurde gewürdigt. Auch auf das Schicksal von homosexuellen Flüchtlingen wurde aufmerksam gemacht. Die Predigt hielt eine der bekanntesten Rabbinerinnen der USA, Sharon Kleinbaum aus New York.

An dem Gottesdienst nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik, Religionsgemeinschaften, Verbänden, Organisationen und aus der schwul-lesbischen Community teil. Kommen wollten unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck, die Begründerin der liberalen Ibn-Rush-Goethe-Moschee, Seyran Ates, Rabbiner Walter Homolka, der Konsistorialpräsident der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Jörg Antoine, sowie Vertreter ausländischer Partnergemeinden.

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Pride. Das Wort bezeichnet eine Demonstration für die Rechte von Menschen, die gleichgeschlechtlich lieben und/ oder wegen ihres Geschlechts Unterdrückung erfahren. Wie viel der Begriff Pride über die Missstände in der Lebenssituation dieser Personen offenbart und welche Implikationen sich aus dem Wort zur Überwindung dieser Verhältnisse ergeben, ist von großer Bedeutung. Eine Begriffsannäherung.
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Alles wieder ganz normal nach Corona - oder "neu normal"? Nicht ganz, wie Queers in diesen Wochen auch daran merken, dass im Pride-Monat keine Paraden und Straßenfeste stattfinden. Wolfgang Schürger ist jedoch beeindruckt von der Kreativität, mit der Pride und Protest auch dieses Jahr sichtbar werden. Ihm ist wichtig, das Pride und Protest auch weiterhin "ganz normal" bleiben.

Am Samstag beteiligen sich erstmals Berliner evangelische Kirchenkreise mit einem eigenen Truck am CSD. Der zweistöckige, 140 Personen fassende Kirchen-Lkw unter dem Motto "Trau Dich!" wird sich in den bunten Umzug von Lesben und Schwulen vom Kurfürstendamm über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor einreihen.

Damit soll für kirchliche Trauungen von homosexuellen Paaren geworben werden, die seit vergangenem Jahr in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ohne Einschränkungen möglich sind. Der Regierende Bürgermeister hatte die Berlin-brandenburgische Kirche zuvor als "Vorreiterin bei der kirchlichen Trauung für homosexuelle Menschen" gewürdigt.