Steffensky: Schönheit wächst aus Gnade

Steffensky: Schönheit wächst aus Gnade
Nach Auffassung des Theologen Fulbert Steffensky ist nichts auf der Welt bedeutender "als die Gnade, mit der wir angesehen werden - als der Blick der Güte".

Der Zwang in der Gesellschaft, sich selbst schön zu finden, führe in den Kältetod, denn Schönheit werde erst durch die Liebe anderer Menschen und die Gnade Gottes geboren, sagte der konvertierte Lutheraner am Samstagvormittag vor mehr als 500 Besuchern des evangelischen Kirchentags in Wittenberg.

Zur Unterstützung seiner These zog Steffensky "eine der schönsten Gnadengeschichten der Bibel" heran, in der Jesus den sozial geächteten Zöllner Zachäus nicht nur ansieht, sondern ihn wahrnimmt und seine innere Schönheit erkennt. "Es ist nicht leicht, sich schön finden zu lassen, wenn man sich gut kennt", sagte Steffensky. Gnade bedeute in diesem Zusammenhang, "dass mich einer ansieht, obwohl ich unansehnlich bin".

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Das neue Leben als Geschenk der Gnade
Der Ohrenweide-Podcast: Helge Heynold liest vom neuen Leben als Geschenk der Gnade im Epheserbrief (2,4-10) aus der Lutherbibel 2017.
Es gibt in einigen christlichen Kreisen die Auffassung, Wohlstand und Erfolg seien ein Anzeichen für die Gnade Gottes im eigenen Leben. Im Umkehrschluss bedeutet dies dann doch auch, dass einige dafür vorherbestimmt sind, reich zu sein oder aber dass man sich Geldvermögen herbeibeten oder durch gute Taten an anderen Menschen verdienen kann. Genau das habe ich im letzten Monat mal ausprobiert. Ich dachte mir, im schlimmsten Fall habe ich einfach nur mehr gebetet und häufiger als sonst eine gute Tat begangen.

An diesem Wochenende feiert die Lutherstadt Wittenberg den Abschluss des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags, der am Mittwoch in Berlin begonnen hat. Zum Festgottesdienst am Sonntag auf den Elbwiesen werden die Besucher aus Berlin und von sechs regionalen "Kirchentagen auf dem Weg" in Wittenberg erwartet.