Die männliche Sichtweise in die Predigt bringen

Die männliche Sichtweise in die Predigt bringen
Männertheologischer Predigtpreis ausgelobt
Abraham, Moses, Jesus, Mohammed, Siddhartha Gautama (Buddha): die Liste der führenden religiösen und spirituellen Persönlichkeiten ist überwiegend, wenn nicht sogar fast ausschließlich, männlich. Schaut man beim sonntäglichen Gottesdienst jedoch in die Runde, sieht man überwiegend weibliche Gesichter.
Deutschland spricht 2019

Männer machen sich in den Kirchen eher rar. Wenn sie dann kommen, stellen sie hohe Erwartungen an den Gottesdienst und die Predigt: Sie möchten, dass ihre persönlichen Erfahrungen und ihre alltägliche Lebenswelt eine Rolle spielen. Theologische Grundsatzdiskussionen zu Fragen, die sie sich im Alltag nie gestellt haben und womöglich auch niemals stellen werden, interessieren sie in vielen Fällen nicht so sehr wie authentische Erlebnisse aus dem Alltag, die mit dem Glauben verknüpft werden.

Die evangelischen Einrichtungen für Männerarbeit bemühen sich um den lebendigen Austausch mit den Männern der Gemeinden. Ihre Erfahrung: Denn Männer wollen auf Augenhöhe angesprochen und in ihrer Lebenswelt wahrgenommen werden. Es sei ihnen wichtig, dass ihre eigenen Sichtweisen auf die Themen, Inhalte und Ausdrucksformen des Glaubens (oder Zweifelns) ernst genommen werden. Dabei, so die Erfahrung aus der Männerarbeit, sei es wichtig, sich bewusst zu machen: "die Männer" gebe es nicht. Stattdessen fordert die Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), man müsse unterschiedliche Bilder von Männlichkeit differenziert wahrnehmen, denn nur so könne man den Lebenswirklichkeiten der Männer gerecht werden.

Männerspezifische Fragen in der Predigt

Und das müsse sich dann wiederum auch in Predigten und Gottesdiensten wiederspiegeln. Um das zu fördern, lobt die Männerarbeit der EKD auch 2017 wieder einen Preis aus, mit dem Predigten ausgezeichnet werden sollen, die besonders dazu geeignet sind, männerspezifische Fragen für den Verkündigungskontext zu erschließen – aufgrund ihrer männerbezogenen Textauslegung, einer der Situation angemessenen Sprache, ihrer theologischen Fundierung sowie ihrer Innovation und Originalität. Grundlage der Einreichungen soll das Jahresthema 2017 der Männerarbeit "'Gnade!... Womit habe ich das verdient?' (1. Korinther 15,10) sein.

Prämiert werden bis zu drei Predigten (mit 400/250/150 Euro) und der "Sonderpreis Frauen" (200 Euro). Zur Teilnahme aufgerufen sind Theologinnen und Theologen, Predigende in Haupt- und Ehrenamt, Studierende der Theologie oder Religionspädagogik und auch Schülerinnen und Schüler des Fachs Religion. Team-Arbeiten, Filme oder Audio-Dateien sind willkommen.

Einsendeschluss ist der 31. Juli 2017. Die Preisträger werden zum Männersonntag, 15. Oktober 2017, bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet am 28. November 2017 im Rahmen der Herbsttagung der Männerarbeit der EKD im Michaeliskloster Hildesheim statt. Die Arbeiten werden online veröffentlicht.

Die Bewerbungen gehen an: Evangelisches Zentrum Frauen und Männer gGmbH, Fachbereich evangelische Männer in Deutschland, Berliner Allee 9-11, 30175 Hannover, (0511-89768-200).

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