Theologen Huber und Lehmann erhalten Ehrendoktorwürde in Bochum

Der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber und der langjährige Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, erhalten die Ehrendoktorwürde der Ruhr-Universität Bochum.

Die katholisch-theologische Fakultät ehre aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums in diesem Jahr zwei herausragende Persönlichkeiten, die die Entwicklung ihrer Kirchen wesentlich mitgeprägt hätten, erklärte die Hochschule am Donnerstag. Die Ehrenpromotionen werden den beiden Theologen am 26. April an der Ruhr-Universität verliehen.

"Bischof Huber und Kardinal Lehmann stehen für eine Theologie, die auch in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit präsent ist und sich einbringt", erklärte die Hochschule. Beide hätten immer wieder dafür gesorgt, dass die kirchlichen Stimmen in gesellschaftlichen Debatten etwa über Medizin und Biotechnik oder über das Verhältnis zwischen Kirche und Staat gehört würden. Sie seien dabei offen für innerkirchliche Veränderungen und Reformprozesse. "Sowohl bei Kardinal Lehmann wie bei Bischof Huber ist das Bewusstsein erkennbar: Viele Herausforderungen stellen sich den christlichen Kirchen heute gemeinsam."

Die Ruhr-Uni würdigte Huber als Reformer seiner Kirche. Als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz habe der heute 74-Jährige auf eine missionarische Neuorientierung der Kirche hingewirkt. "Dieses Bestreben nach einer Profilierung der eigenen Kirche verbindet sich bei Bischof Huber mit ökumenischer Offenheit und Weite", hieß es. Der promovierte Theologe habe seinen Blick dabei auch auf den interreligiösen Dialog gerichtet, etwa mit den muslimischen Verbänden.

Der ehemalige Mainzer Bischof Karl Lehmann (81), der in Philosophie und Theologie promoviert hat, setzte sich nach Angaben der Ruhr-Universität in seiner wissenschaftlichen Arbeit vor allem mit der Suche nach Gott in zeitgenössischen Kontexten auseinander. Er habe sich intensiv im ökumenischen Dialog auf nationaler und internationaler Ebene engagiert. "In letzter Zeit hat Karl Lehmann sich gezielt der Herausforderung der Weltreligionen und ihres wechselseitigen Verhältnisses in einer pluralistischen Region und einer globalisierten Welt zugewandt", erklärte die Universität.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.