Zeitungsauflagen sinken weiter deutlich

Die Auflage der deutschen Tageszeitungen befindet sich weiter im steilen Sinkflug. Im dritten Quartal 2016 wurden pro Erscheinungstag durchschnittlich 17,1 Millionen Exemplare und damit 7,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum verkauft, wie die Auflagenkontrolle IVW am Freitag in Berlin mitteilte.

Die E-Paper-Verkäufe, die hier bereits eingerechnet sind, legten für sich genommen um 22,2 Prozent auf rund 942.000 Exemplare zu.

Die "Bild"-Zeitung, die ihre Auflage gemeinsam mit der "B.Z." ausweist, büßte knapp elf Prozent ihrer verkauften Exemplare ein und setzte noch rund 1,96 Millionen ab. Die "Süddeutsche Zeitung" verlor 3,7 Prozent und erzielte eine verkaufte Auflage von 358.365 Exemplaren. Ähnlich hohe Verluste verbuchte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" mit einem Minus von rund 3,6 Prozent. Die Auflage des Blattes lag damit noch bei 255.198 Stück. Die Tageszeitung "Die Welt" verkaufte zusammen mit dem Tabloid-Ableger "Welt kompakt" (Montag bis Freitag) durchschnittlich 182.131 Exemplare pro Erscheinungstag, ein Verlust von mehr als fünf Prozent.

"Junge Freiheit" legte zu

Die verkaufte Auflage der Wochenzeitungen blieb im Vergleich zum Vorjahresquartal mit einem leichten Plus von 0,11 Prozent stabil: Zusammen setzten die Blätter durchschnittlich 1,7 Millionen Exemplare pro Woche ab. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" verbuchte einen Verlust von 11,2 Prozent und verkaufte 245.128 Exemplare. Das Boulevardblatt "Bild am Sonntag" büßte mehr als acht Prozent ein und setzte rund 1,03 Millionen Exemplare ab. Die "Welt am Sonntag" verkaufte inklusive "Welt am Sonntag kompakt" 380.522 Exemplare, ein Rückgang um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. "Die Zeit" verlor leicht um 1,2 Prozent und erzielte eine verkaufte Auflage von 490.947 Exemplaren. Die rechtskonservative Wochenzeitung "Junge Freiheit" legte um 18 Prozent zu und verkaufte 28.675 Exemplare.

Die Publikumszeitschriften bauten um 5,8 Prozent ab, ihre durchschnittliche Gesamtauflage betrug im dritten Quartal 93,2 Millionen Stück. Bei den aktuellen Magazinen verloren "Spiegel" und "Focus" jeweils rund fünf Prozent. Während der "Spiegel" noch 789.062 Stück verkaufte, setzte der "Focus" 474.453 Exemplare ab. Der "Stern" verkaufte 673.184 Hefte, das waren 8,4 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.