Notfallseelsorger nach Krankenhausbrand in Bochum im Einsatz

Notfallseelsorger nach Krankenhausbrand in Bochum im Einsatz
Nach einem Großbrand in einem Bochumer Krankenhaus mit zwei Toten und mindestens 16 Verletzten hat sich ein Team von Notfallseelsorgern um Patienten, Angehörige und Mitarbeiter gekümmert.

Neben Seelsorgern des Universitätsklinikums Bergmannsheil waren am Freitag auch Notfallexperten der Feuerwehr im Einsatz, wie ein Sprecher der Stadt Bochum dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Das Feuer war laut Polizei in der Nacht zum Freitag aus zunächst noch ungeklärter Ursache in einem Patientenzimmer ausgebrochen.

Der Superintendent der Evangelischen Kirche in Bochum, Gerald Hagmann, reagierte tief bestürzt auf die Nachricht. "In diesen schweren Stunden sind wir in Gedanken und mit unseren Gebeten bei den Angehörigen der Toten und den Verletzten", sagte er.

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<div class="field-zusatzinfo field-info-zusatzinfo-verwendung-1"><p>Ende der 1990er-Jahre begann in Deutschland die Arbeit der so genannten Notfallseelsorgeteams – Initialzündung war das Zugunglück von Eschede 1998.</p>

<p>Dahinter steht die wissenschaftliche Erkenntnis aus den USA, dass Menschen bei Unglücksfällen nicht nur körperlich von den Rettungskräften versorgt werden müssen, sondern auch seelisch. Das gilt auch für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Für sie hat sich die so genannte Krisenintervention etabliert. Die Landeskirchen stellen die meisten Teilnehmer in der Psychosozialen Notfallversorgung. Im Landkreis Nienburg beteiligt sich überdies das Rote Kreuz.</p>

<p>Im Kirchenkreis Syke-Hoya erfolgt die Alarmierung der Teams sozusagen auf zwei Wegen, weil sich dieser über die beiden Landkreise und damit zwei zuständige Leitstellen erstreckt. Für den Landkreis Diepholz gibt es eine Handynummer, über die die Diensthabenden per Rufumleitung erreichbar sind.</p>

<p>Im LK Nienburg funktioniert die Alarmierung völlig anders:</p>

<p>Aller ehren- und hauptamtlichen Teile der PSNV-Teams werden über eine APP alarmiert und können zurückmelden, ob sie momentan in der Lage sind diesen Einsatz zu übernehmen. Die diensthabende zuständige Stelle koordiniert dann den Einsatz und wählt je nach Entfernung und Einsatzbedarf aus, wer zum Einsatzort aufbricht.</p>

<p>Wer sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit in der Notfallseelsorge interessiert, kann sich an das Zentrum für Seelsorge und Beratung (ZfSB) wenden. Die Internet-Adresse lautet www.zentrum-seelsorge.de.</p>

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Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte einen besseren Brandschutz in Kliniken. Jedes Jahr komme es in Krankenhäusern rund 40 Mal zu Bränden mit Toten und Verletzten, erklärte die Stiftung. Noch häufiger brenne es in Behinderten- und Pflegeeinrichtungen. Die Stiftung sprach sich für selbstständige Löschanlagen für die 2.000 Krankenhäuser und 13.000 Pflegeheime aus. Diese Technik bekämpfe Entstehungsbrände frühzeitig, da sie auf Wärme oder Rauch reagiert.

Nach dem Brand im sechsten Obergeschoss der Bochumer Klinik waren Polizei und Feuerwehr mit Hunderten Einsatzkräften vor Ort. Von den insgesamt 180 in dem Gebäude untergebrachten Patienten wurden 100 vorzeitig entlassen und 80 weitere hausintern verlegt, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Feuerwehr brachte den Brand bis zum Vormittag weitgehend unter Kontrolle.