"Bild" schleust Sachbearbeiter bei Flüchtlingsamt ein

"Bild" schleust Sachbearbeiter bei Flüchtlingsamt ein
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge steht seit langem im Fokus des Interesses. Die "Bild"-Zeitung hat dort für eine verdeckte Recherche einen Reporter eingeschleust.

Der 26 Jahre alte Abdullah Khan habe von Februar an vier Monate lang als Sachbearbeiter in einer Außenstelle der Behörde in Berlin gearbeitet, berichtete die Zeitung am Montag zum Start einer Berichterstattungsserie. Ziel sei es gewesen, angesichts des Staus unbearbeiteter Asylanträge die Arbeit des Bundesamtes unter die Lupe zu nehmen.

Mit Sprachkenntnissen beeindruckt

Im ersten Teil der Serie schildert Khan, dass zwischen seiner Bewerbung und dem ersten Arbeitstag am 15. Februar 95 Tage vergangen seien. Seine Familie sei vor 40 Jahren aus Pakistan nach Deutschland gekommen, im Bewerbungsverfahren habe er mit Sprachkenntnissen beeindruckt.

Verdeckte Recherchen sind nach den Bestimmungen des Pressekodex, einer Selbstverpflichtung deutscher Medien, "im Einzelfall gerechtfertigt, wenn damit Informationen von besonderem öffentlichen Interesse beschafft werden, die auf andere Weise nicht zugänglich sind". Ende der 70er Jahren war die "Bild"-Zeitung selbst Ziel einer verdeckten Recherche. Der Journalist Günter Wallraff hatte sich unter dem Decknamen Hans Esser in die Redaktion eingeschleust, um die Arbeitsweise des Boulevardblattes offenzulegen.