Bundesstiftung Umwelt vergab 2015 rund 50 Millionen Euro

Bundesstiftung Umwelt vergab 2015 rund 50 Millionen Euro
Die Bundesstiftung Umwelt hat im vergangenen Jahr 247 Projekte mit insgesamt rund 50 Millionen gefördert. Generalsekretär Bottermann mahnt einen Wandel des Lebensstils an, um Umweltzerstörung aufzuhalten.

Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Heinrich Bottermann, hat Politiker und Bürger zu einem radikalen Wandel des Lebensstils aufgerufen. "Wir wissen, dass unsere heutigen Lebensformen nicht mehr im Einklang mit Umwelt und Natur stehen", sagte Bottermann am Freitag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 der Stiftung in Osnabrück. "Wenn wir auf eine Zukunft setzen, die uns und folgenden Generationen gerecht werden soll, müssen wir umsteuern."

Die Bundesstiftung ist mit einem Kapital von 2,15 Milliarden Euro die größte Umweltstiftung Europas. Sie förderte im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 247 Projekte mit insgesamt 49,4 Millionen Euro. Mit ihren Anfang des Jahres in Kraft getretenen neuen Förderrichtlinien orientiere sie sich dabei an der Lösung von zentralen Umweltproblemen, sagte Bottermann.

"Wie wir mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen umgehen, ob wir aus vermeintlichem Müll neuen Wertstoff gewinnen und nutzen, wie wir im Alltag Öl und Kohle durch klimaschonende Alternativen ersetzen, ist entscheidend, wenn wir die Belastungsgrenzen unseres Planeten nicht überstrapazieren wollen", sagte Bottermann. Die internationalen politischen Rahmenbedingungen müssten endlich in praktisches Handeln umgesetzt werden.

"Planet gerät aus dem Gleichgewicht"

Millionen Menschen litten schon jetzt an den Folgen ungesunder Umwelt- und Lebensbedingungen wie Luftverschmutzung oder Wassermangel. Globale Klimaveränderungen hätten Wetterereignisse mit katastrophalen Auswirkungen zur Folge: "Der Planet gerät aus dem Gleichgewicht." Unumkehrbare und gravierende globale Veränderungen der Umwelt sind laut Bottermann nicht mehr auszuschließen. "Doch das Tempo für das Lösen der drängenden Probleme schleicht der täglich wachsenden Verschärfung der Situation hinterher."

Auch bei der Anlage ihres Stiftungsvermögens will die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) umweltfreundlicher werden, wie Finanzchef Michael Dittrich erläuterte. "Es werden seit Jahresbeginn keine Investitionen mehr in Unternehmen getätigt, deren Geschäftsmodell zu einem erheblichen Teil auf Kohle basiert." Bestehende Anleihen würden auslaufen. Trotz der schwierigen Situation an den Kapitalmärkten habe die Stiftung im vergangenen Jahr das beste finanzielle Jahresergebnis ihrer Geschichte erzielt.

Die DBU wurde 1990 auf Beschluss des Bundestages als unabhängige privatrechtliche Stiftung ins Leben gerufen. Die Stiftung verleiht jährlich auch den mit 500.000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis.