Überparteiliches Bündnis für Lohngleichheit

Mit einer Neuauflage des überparteilichen Bündnisses "Berliner Erklärung" machen Politikerinnen und Frauen aus der Wirtschaft Druck für Lohngleichheit.

Sie stellten am Dienstag in Berlin ihren Aufruf vor, in dem sie Transparenz über die Entlohnung fordern, eine Verpflichtung, ungleiche Bezahlung zu beheben und die sozialen Berufe aufzuwerten, in denen überwiegend Frauen arbeiten.

Zu den Erstunterzeichnerinnen gehören die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Carola Reimann (SPD) und Cornelia Möhring (Linkspartei), die Vorsitzende des Rechtsausschusses Renate Künast (Grüne), die Unternehmensberaterin Henrike von Platen und die Präsidentin der Initiative für mehr Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR), Monika von Schulz-Strelow, die mit der ersten "Berliner Erklärung" die Frauen-Quote für Aufsichtsräte vorangetrieben hatte.

22 Prozent weniger Lohn

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel hat den Aufruf zur Lohngleichheit unterschrieben. Der Gesetzentwurf von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) liegt seit sieben Monaten im Kanzleramt. Er sieht ein Auskunftsrecht über die Lohnstruktur in Betrieben vor. Auf dieser Basis sollen Frauen dann die Bezahlung einklagen können, die auch ihre männlichen Kollegen erhalten. Die Union will das Auskunftsrecht auf große Unternehmen beschränken. Die SPD lehnt das ab.

Reimann forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, endlich den Weg für das parlamentarische Verfahren freizumachen. Das Gesetz zur Lohngleichheit sei fest verabredet.

Frauen bekommen in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent weniger Lohn als Männer. Im EU-Durchschnitt beträgt die Lücke 16 Prozent. Berücksichtigt man die Berufslaufbahnen der Frauen mit deutlich mehr Teilzeit und Unterbrechungen zur Kindererziehung, liegt die Lohnlücke immer noch bei sieben Prozent.