Präventionsexpertin: NPD-Verbot könnte Signalwirkung für junge
Erwachsene haben

Präventionsexpertin: NPD-Verbot könnte Signalwirkung für junge Erwachsene haben
Ein Verbot der rechtsextremen NPD könnte nach Ansicht der Präventionsexpertin Caroline Paeßens vor allem für junge Erwachsene eine Signalwirkung haben.
01.03.2016
epd
Karen Miether (epd-Gespräch)

Wolfsburg (epd)"Es gibt bereits vor dem Verbot Hemmnisse, sich noch einer Partei anzuschließen, die möglicherweise verboten wird", sagte die Projekt-Mitarbeiterin vom Zentrum Demokratische Bildung dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Wolfsburger Zentrum arbeitet als Modellprojekt eines bundesweiten Programms unter anderem mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen und berät Eltern und Lehrer.

Regt zum Nachdenken an

Das Verbotsverfahren, das am Dienstag vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe begonnen hat, nage an der rechtsextremen Partei, sagte Paeßens. "Es gibt Aktive, die sich vorsorglich zurückziehen." Bei den Beratungen des Zentrums erlebten die Mitarbeiter, dass das Verbotsverfahren vor allem die Jugendlichen zum Nachdenken bringe, deren rechtsextremes Weltbild noch nicht gefestigt sei. "Sie haben im Hinterkopf, dass sie sich mit der Mitgliedschaft in der NPD auch Zukunftsperspektiven verbauen könnten."

Solange die Partei zugelassen bleibe, hielten die Jugendlichen dagegen auch deren fremdenfeindlichen Parolen für salonfähig: "Ich kann das alles sagen, die NPD sagt das ja auch."

Trotzdem sehe sie das Verfahren mit gemischten Gefühlen. Eine Demokratie müsse manche Parteien auch aushalten können. "Wir leben in einer wehrhaften Demokratie, die ihre Werte verteidigen sollte. Natürlich wäre es besser, wenn die NPD sich aufgrund mangelnder Zustimmung in der Gesellschaft selbst zersetzte", sagte die Präventionsexpertin.