Pastorin Judith, von Claudia Michelsen mit einer reizvollen Mischung aus flüsternder Fragilität und großer innerer Stärke verkörpert, wird als Notfallseelsorgerin zu einem Verkehrsunfall gerufen und erfährt, dass ein zweites Fahrzeug verwickelt war, dessen Fahrer das Weite gesucht hat.
Tilmann P. Gangloff setzt sich seit 40 Jahren als freiberuflicher Medienkritiker unter anderem für "epd medien" mit dem Fernsehen auseinander. Gangloff (geb. 1959) ist Diplom-Journalist, Rheinländer, Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt am Bodensee. Er war über 30 Jahre lang Mitglied der Jury für den Grimme-Preis, ist ständiges Mitglied der Jury Kindermedien beim Robert-Geisendörfer-Preis, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und 2023 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet worden.
Die Information und das merkwürdige Verhalten des Gatten lösen eine regelrechte Kettenreaktion aus: Zunächst geht es nur um ihren Mann, dann um ihre Beziehung, schließlich um ihr Selbstverständnis als Ehefrau und Mutter; und am Ende auch um den Glauben.
Natürlich ist das ein Dramenstoff, aber Schön gelingt das Kunststück, die Sinnsuche gewissermaßen hinter den Bildern ablaufen zu lassen. Vordergründig erzählt der mit großer Intensität inszenierte Film scheinbar ganz andere Geschichten, weil er die Pastorin in ihrem Alltag zeigt. Daher ist der Film auch eine Hommage an eine Frau, die für eine offene Kirche streitet und sich dazu berufen fühlt, den Menschen zu helfen.
Die Szenen mit Judith als Notfallseelsorgerin haben fast dokumentarischen Charakter und wirken wie eine Reminiszenz an Menschen, die sich ehrenamtlich für solche Aufgaben engagieren.


