Philologen-Chef in Sachsen-Anhalt tritt wegen flüchtlingskritischem Text zurück

Philologen-Chef in Sachsen-Anhalt tritt wegen flüchtlingskritischem Text zurück
Nach heftiger Kritik an seinen flüchtlingskritischen Äußerungen hat der Vorsitzende des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt, Jürgen Mannke, sein Amt aufgegeben.

Er trete mit sofortiger Wirkung zurück, "weil ich nicht mehr den uneingeschränkten Rückhalt meines Vorstandes genieße", sagte Mannke der "Magdeburger Volksstimme" (Samstagsausgabe).

Die Erklärung gab Mannke nach einer Vorstandssitzung des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt am Freitagabend ab. Der Hauptvorstand bestätigte den Rücktritt auf der Internetseite des Verbandes. Der Philologenverband ist die Fachgewerkschaft der Gymnasiallehrer.

Der Direktor des Goethegymnasium in Weißenfels hatte in einem Anfang November bekanntgewordenen Artikel in der Verbandszeitung mit seiner Stellvertreterin Iris Seltmann-Kuke vor Flüchtlingen gewarnt. In dem Text schreiben Mannke und Seltmann-Kuke von einer "Immigranteninvasion" und angeblichen sexuellen Belästigungen durch Asylbewerber.

Später entschuldigten sich Mannke und Seltmann-Kuke und erklärten, für ein weltoffenes und demokratisches Sachsen-Anhalt zu stehen. Der Artikel hatte bundesweit für Empörung bei Parteien und der Bildungsgewerkschaft GEW sowie bei Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) gesorgt. Nach einem Gespräch mit der Verbandsführung hatte das Kultusministerium erklärt, auf disziplinarische Schritte verzichten zu wollen.

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