Bedford-Strohm bleibt Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche

epd-bild/Norbert Neetz

Der wiedergewählte EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm spricht mit seiner Stellvertreterin Annette Kurschus.

Bedford-Strohm bleibt Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm repräsentiert weiterhin die 22,5 Millionen Protestanten in Deutschland. Bei der Synodentagung in Bremen fuhr der 55-Jährige ein überaus deutliches Wahlergebnis ein.

Bremen (epd)Heinrich Bedford-Strohm bleibt Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der 55-jährige bayerische Landesbischof wurde am Mittwoch bei der Synodentagung in Bremen als oberster Repräsentant der 22,5 Millionen deutschen Protestanten mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt. Zur Stellvertreterin wurde die 52 Jahre alte westfälische Präses Annette Kurschus gewählt.

Bedford-Strohm erhielt 124 von 125 abgegebenen Stimmen. Es gab eine Nein-Stimme. Der lutherische Theologe dankte sichtlich bewegt für die Zustimmung. Er sei "völlig überwältigt" von dem Wahlergebnis, das ihm "riesigen Rückenwind" für die anstehenden Aufgaben gebe.

Gemeinsam Position nach außen vertreten

Für die katholische Kirche gratulierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zur Wahl. Er freue sich, wenn er sich weiter mit Bedford-Strohm in der Öffentlichkeit zu Wort meldet, "ob gelegen oder ungelegen". Mehr als je zuvor werde es "notwendig sein, dass die Kirchen gemeinsam ihre Position nach außen vertreten", hieß es in einem Glückwunschschreiben.

Bedford-Strohm ist seit 2011 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Den Ratsvorsitz hatte er im vergangenen Jahr übernommen, nachdem Nikolaus Schneider wegen einer Erkrankung seiner Frau Anne zurückgetreten war. Nun wurde Bedford-Strohm turnusgemäß für sechs Jahre gewählt.

Der eloquente Theologe hatte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten immer wieder in öffentliche Debatten eingemischt. Am Sonntag in seinem Bericht an die Synode forderte er energisch eine humane Flüchtlingspolitik. Er lobte ausdrücklich den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Europäischen Union indes warf er Versagen vor und warnte vor einer Abschottung des Kontinents gegenüber Flüchtlingen.

Ergebnis "stärkt den Rücken"

Die westfälische Präses Kurschus war am Dienstag erstmals in den Rat der EKD gewählt worden. Bei der Wahl zur stellvertretenden Vorsitzenden erhielt sie am Mittwoch 118 von 125 Stimmen. Es gab eine Nein-Stimme und sechs Enthaltungen. Das "eindeutige Ergebnis" stärke ihr den Rücken, sagte die reformierte Theologin.

Vor Bedford-Strohm und Kurschus warten zahlreiche Aufgaben. Zum einen gilt es, auf den anhaltenden Mitgliederrückgang in der evangelischen Kirche zu reagieren, der in den nächsten Jahren auch zu sinkenden Steuereinnahmen führen wird. Zum anderen blicken die Protestanten auf das 500. Reformationsjubiläum in zwei Jahren voraus. Das Jubiläum geht zurück auf die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther im Jahr 1517, die als Ausgangspunkt für die weltweite Reformation gilt.