Brand in Thüringer Flüchtlingsunterkunft

Foto: Sebastian Kahnert/AP Photo/picture alliance

Brand in Thüringer Flüchtlingsunterkunft
Polizei geht von Anschlag aus
In einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Nordthüringen hat es am frühen Montagmorgen gebrannt. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Brandanschlag aus. Ein technischer Defekt als Brandursache könne ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Brand in drei Wohnblöcken in Rockensußra im Kyffhäuserkreis wurde gegen 3.30 Uhr gemeldet. Verletzt wurde niemand. Die Polizei fahndet nach den Tätern.

Thüringer Politiker reagierten auf den mutmaßlichen Anschlag mit Bestürzung und Empörung. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärte, für Flüchtlinge bestimmte Häuser anzuzünden sei ebenso hinterhältig und feige wie der Terror, vor dem diese Menschen geflüchtet seien. Integrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) sagte, das Land werde sich nicht davon abbringen lassen, "für eine gute und menschenwürdige Unterbringung derer zu sorgen, die in Not zu uns kommen". CDU-Landeschef Mike Mohring erklärte, wer gegen Ausländer hetze und Unterkünfte anzünde, "beschmutzt den Namen Deutschlands".

Die drei Blöcke aus DDR-Zeiten sollten nach Sanierungsarbeiten als Unterkünfte für Asylbewerber genutzt werden. Zur Brandbekämpfung waren etwa 80 Feuerwehrleute im Einsatz. Das Feuer zerstörte die Dachstühle der drei Gebäude. Die Polizei sprach nach einer ersten Schätzung von 300.000 Euro Sachschaden.

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