Bremer "Friedenstunnel der Religionen" eröffnet

Bremer "Friedenstunnel der Religionen" eröffnet
Nach knapp 14-jähriger Vorarbeit ist am Sonntag in Bremen ein "Friedenstunnel der Religionen" eröffnet worden.

Die Künstlerin Regina Heygster (60) gestaltete aus dem ehemals dunklen Remberti-Tunnel unter dem Gleisvorfeld des Bremer Hauptbahnhofs mit hellen Farben, Licht und Mosaiken ein Symbol des Friedens. Das Bauwerk sei nun ein Wahrzeichen für Vielfalt, Toleranz und Verständnis, sagte bei der Eröffnung Laudatorin und Sozialwissenschaftlerin Annelie Keil.

Auch mit Blick auf die Flüchtlingskrise ergänzte Keil, es brauche Menschen wie Heygster, die sich ein Herz fassten, um diese Ziele in der Gesellschaft zu verfolgen - "in Dresden genauso wie in Heidenau, Budapest und München". Heygster sagte, für sie sei mit Verwirklichung des Projektes ein Traum in Erfüllung gegangen.

Mehr zu Religion
Spaziergänger gehen bei diesigem Wetter vor dem Kirchturm der Sankt Martins Kirche entlang
Die Kirchen verlieren zwar Mitglieder, aber nach Ansicht des Religionssoziologen Gert Pickel nicht zwangsläufig ihre Bedeutung in Gesellschaft und Politik.
Landessynode Westfalen
Pfarrberuf im Wandel: In der westfälischen Kirche werden künftig auch andere Berufe eingebunden. Die viertgrößte deutsche Landeskirche macht damit aus der Not eine Tugend.

Nachdem in den zurückliegenden Jahren die Tunnelportale farblich sowie mit Mosaiken und dem Spruch "Verstehen ist das Tor zur Verständigung" umgestaltet worden waren, war nun das Gewölbe an der Reihe. Nach siebenwöchiger Sperrung der Durchfahrt für Autos schmücken nun Mosaikfriese die Seitenwände, die in 135 verschiedenen Sprachen das Wort "Frieden" zeigen. Ergänzt werden sie von 82 Tafeln mit Friedens- und Weisheitstexten aus unterschiedlichen Kulturen. Im Gewölbe wird mit LED-Lampen ein farbiger Gewölbehimmel erzeugt.

Allein für die Innengestaltung hat Heygster eigenen Angaben zufolge mehr als 100.000 Euro Spendengelder gesammelt. Unterstützt wurde das Projekt "Friedenstunnel der Religionen" von Christen, Muslimen, Hindus, Aleviten, Bahai und der Bahn als Eigentümerin des Bauwerkes.