Reformierter Bund fordert Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland

Reformierter Bund fordert Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland
70 Jahre nach den amerikanischen Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki hat der Reformierte Bund die Bundesregierung aufgefordert, sich für den vollständigen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland stark zu machen.

Der Vorstand des kirchlichen Dachverbandes, der sogenannte Moderamen, wandte sich in einer Stellungnahme vom Freitag in Hannover entschieden gegen jeden Einsatz und die Bereitstellung von Massenvernichtungswaffen.

Die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki vom 6. und 9. August 1945 waren der erste und bislang einzige Einsatz von Atomwaffen in einem Krieg. Sie hätten noch immer währendes Leid über Hunderttausende Menschen gebracht, heißt es in der Stellungnahme. "Die Schreckenserfahrungen haben die Menschheit nicht zur Einsicht gebracht." In Deutschland lagerten noch mehr als 100 Atomwaffen mit deutlich größeren Vernichtungspotential.



Die Bundesregierung sollte nach Auffassung des Reformierten Bundes Initiativen unterstützen, die eine vollständige Abrüstung aller Atomwaffen anstreben. Der Konflikt in der Ukraine zeige aktuell, wie brüchig der Friede auch in Europa sei, mahnte der Kirchenbund: "Das Drohen mit dem Einsatz von Massenvernichtungsmitteln scheint wieder möglich zu sein."

Der Reformierte Bund versteht sich als konfessioneller Dachverband. Ihm gehören als Hauptträger die Evangelisch-reformierte Kirche sowie die Lippische Landeskirche an. Zudem sind auch unierte Kirchen sowie reformierte Gemeinden, Zusammenschlüsse und Einzelpersonen Mitglieder.

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