Liberia feiert den Sieg über Ebola

Liberia feiert den Sieg über Ebola
Nach dem Jubel kommen die Mahnungen
Weltweit herrscht Erleichterung: Liberia ist seit Samstag offiziell Ebola-frei. Denn seit 42 Tagen gab es keine einzige neue Erkrankung in dem westafrikanischen Land. Doch in den Nachbarländern wütet das Virus weiter.

Nach anderthalb Jahren ist das tödliche Virus aus Liberia verbannt: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte das westafrikanische Land am Samstag offiziell für Ebola-frei. Die Nachricht löste Jubel, aber auch warnende Stimmen aus. In Liberia war seit 42 Tagen keine neue Infektion mehr gemeldet worden, das entspricht der doppelten Inkubationszeit. Mehr als 10.500 Menschen waren in dem Land erkrankt, von denen mehr als 4.700 starben. Zuletzt war am 28. März eine Ebola-Tote beerdigt worden.

"Der Ausbruch der Ebola-Krankheit in Liberia ist vorbei", erklärte die WHO und sprach von einem "monumentalen Erfolg". Liberias Präsidentin Ellen Johnsohn-Sirleaf dankte allen Gemeinschaften, die Verantwortung übernommen und den unsichtbaren Feind bekämpft hätten. "Wir haben endlich den Rubikon überschritten", sagte sie dem britischen Sender BBC. "Liberia ist wirklich eine glückliche Nation."

Der Leiter der UN-Ebola-Mission, Peter Jan Graaff, warnte indes vor einer Rückkehr des Virus. "Es gibt keinerlei Garantie, dass Ebola nicht morgen oder übermorgen wieder  auftritt", sagte Graaff im niederländischen Fernsehen. In Liberias Nachbarländern Guinea und Sierra Leone wütet Ebola weiter. Auch die Nothilfeorganisation "Ärzte ohne Grenzen" würdigte den Erfolg in Liberia als Meilenstein, warnte aber davor, bei den Anstrengungen nachzulassen.

Laut Graaff ist die Gefahr groß, dass das Virus in den nächsten 12 bis 18 Monaten in Liberia wieder auftauche. Deshalb müsse die internationale Gemeinschaft dafür sorgen, dass Strukturen, Experten und Laborausrüstung vor Ort bleiben, sagte er. Die WHO lässt ihre Experten noch bis Jahresende in Liberia.

Als Gründe für Liberias Erfolg nannte die WHO vor allem die Haltung von Präsidentin Johnson-Sirleaf: "Ihre schnellen und manchmal harten Entscheidungen, öffentliche Aufklärung und Besuche an den Orten des Ausbruchs zeugen von ihrer Führungsstärke." Johnson-Sirleaf hatte den Notstand ausgerufen und trotz Protesten tagelang Ausgangssperren verhängt. Liberia hat die meisten Ebola-Todesfälle zu verzeichnen.

In den Nachbarländern Guinea und Sierra Leone nimmt die Zahl der Neu-Infektionen zwar auch ab. Die Gefahr einer Wiederzunahme ist aber laut WHO noch nicht gebannt. In den drei Ländern hat sich das tödliche Virus seit Dezember 2013 ausgebreitet. Insgesamt erkrankten mehr als 26.500 Menschen an Ebola. Von ihnen starben rund 11.000.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist die schlimmste und längste seit der Entdeckung des Virus 1976. Nach scharfer Kritik an zu späten Reaktionen räumte die WHO inzwischen Fehler ein. Die UN-Organisation würdigte unterdessen auch den selbstlosen Einsatz vieler Ärzte, Pflegekräfte und Ehrenamtlichen in Liberia. 375 Ebola-Helfer infizierten sich selbst. 189 starben an dem Virus, gegen das es noch kein zugelassenes Heilmittel gibt.

 

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