Kurienkardinal: Einheit der Christen ist notwendig für Glaubwürdigkeit

Kurienkardinal: Einheit der Christen ist notwendig für Glaubwürdigkeit
Die Einheit der Christen in aller Welt ist nach Ansicht des Präsidenten des päpstlichen Einheitsrates, Kurt Koch, kein Selbstzweck, sondern notwendig für die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft.

"Es ist schwierig, Versöhnung zu predigen, wenn man selbst nicht versöhnt ist", sagte der Schweizer Kurienkardinal in einem Interview des Bremer "Kuriers am Sonntag". Positiv sei zu vermerken, dass durch zahlreiche Begegnungen inzwischen ein weltweites Netz freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Kirchen entstanden sei.

"Negativ müssen wir feststellen, dass wir unser Ziel, die Einheit der Christen, noch nicht erreicht haben", sagte der katholische Theologe. Es gebe inzwischen viele Übereinstimungen, aber noch keinen Konsens über das Ziel der Ökumene. "Es besteht die Gefahr, dass die verschiedenen Partner in verschiedene Richtungen unterwegs sind." Die katholische Kirche halte an der sichtbaren Einheit in Glaube, Sakramenten und in den kirchlichen Ämtern fest. Dagegen wünschten sich die Protestanten die Anerkennung und Förderung der Pluralität der Kirchen.

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"Entscheidend ist, dass man in Einheit lebt und die Verschiedenheit nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung ansieht", betonte Koch. Die katholische Kirche sei die eine beziehungsweise einzige Kirche Christi, wie es in der Erklärung "Dominus Jesus" von 2000 formuliert sei. "Die anderen Gemeinschaften, wie die aus der Reformation hervorgegangenen, haben einen anderen Typ der Kirche entwickelt." Im ökumenischen Gespräch müsse jetzt geklärt werden, "was wir gemeinsam unter Kirchesein verstehen können", erläuterte Koch.