Pläne für Wiederaufbau der Nürnberger St. Marthakirche

Ausgebrannte Kirche St. Martha in Nürnberg

Foto: dpa/David Ebener

Die durch einen Brand zerstörte Kirche St. Martha in Nürnberg, aufgenommen am 01.09.2014.

Pläne für Wiederaufbau der Nürnberger St. Marthakirche
Im Innenraum der wieder aufgebauten Nürnberger St. Marthakirche werden auch spätere Generationen die Spuren des Großbrands vom Juni 2014 entdecken können. Das ist ein Detail des Entwurfs des Münchner Architektenbüros Florian Nagler, den die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde am Freitag als Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs präsentierte.

Die von Feuer und Ruß gezeichneten Naturstein-Innenwände und Säulen sollen lediglich gereinigt werden. Die 600 Jahre alte St. Marthakirche in der Nürnberger Innenstadt war Anfang Juni vergangenen Jahres völlig ausgebrannt. Gerettet werden konnten nur die wertvollen originalen Glasfenster, die wegen einer bevorstehenden Renovierung ausgelagert waren.

Eine Jury empfiehlt dem Vorstand der Gemeinde den Plan des Architekturbüros, "weil er den Charakter der früheren St. Martha Kirche aufnimmt und neu interpretiert", so der Koordinator für den Wiederaufbau, Georg Rieger. Der Entwurf passe zur Gemeinde St. Martha, "weil er der Schlichtheit der reformierten Tradition und den Herausforderungen der Zeit entspricht", so Gemeindepfarrer Dieter Krabbe gegenüber epd. Die Gemeinde wird nach dem Wiederaufbau voraussichtlich eine Vesperkirche anbieten und braucht dazu auch eine flexible Bestuhlung.

Auffallendstes Detail an dem Plan ist eine in der Höhe gestaffelte Decke, die sich an die fünf Schiffe der gotischen Kirche anpasst. Von ihr erhofft sich die Gemeinde neben der optischen auch eine akustische Wirkung in der ehemaligen Meistersingerkirche. Der Entwurf einer Orgel, die um das Hauptfenster herumgruppiert ist, wird einem Orgelbauer wohl Kopfzerbrechen machen, räumte Rieger bei der Präsentation ein.

Noch ist nicht geklärt, welche Kosten für den Wiederaufbau der Kirche entstehen, so Rieger. Erst jetzt sei festgestellt worden, dass die Fassadenmauern größere Schäden haben, als zuletzt gedacht. Eine Wiedereinweihung der Kirche sei sehr optimistisch gerechnet Ende 2016 möglich.

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