EU unterstützt multinationale Truppe gegen Boko Haram

EU unterstützt multinationale Truppe gegen Boko Haram
Die Europäische Union hat Unterstützung für die geplante multinationale Truppe zur Bekämpfung der Terrorgruppierung Boko Haram in Nigeria angekündigt.
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Der Aufstand im Nordosten des Landes bedürfe einer "dringlichen und umfassenden Antwort", unterstrichen die in Brüssel versammelten 28 Außenminister am Montag. In der vergangenen Woche hatten Nigeria sowie die Nachbarländer Benin, Kamerun, Niger und Tschad den Aufbau einer gemeinsamen Truppe aus Soldaten, Polizisten und Zivilisten beschlossen. Die Länder wollen von der EU und den Vereinten Nationen unter anderem großzügige Finanzhilfe für diese Truppe erhalten.

Wie der Beitrag der EU aussehen könnte, ist derzeit noch nicht entschieden. In der Erklärung der Außenminister heißt es, die Europäische Union sei bereit, der Region gemeinsam mit anderen Partnern "mit der vollen Bandbreite ihrer Instrumente" zu helfen. Sie wolle die Länder auch dabei unterstützen, die Wurzeln von Gewalt und Radikalisierung anzugehen. Die EU-Minister verurteilten die "entsetzlichen Gräueltaten" der Terrorgruppe. "Tausende wurden getötet (...). Familien wurden zerrissen, Mädchen entführt, Kinder zu Waisen gemacht, Frauen und Mädchen sexuell missbraucht."

Steinmeier: "Größte Besorgnis" über Lage in Nigeria

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte in Brüssel "größte Besorgnis" über die Situation in Nigeria. Die Aktivitäten von Boko Haram hätten inzwischen politische Konsequenzen, sagte er und verwies auf die Verschiebung der Parlaments- und Präsidentenwahlen vom 14. Februar auf den 28. März. Am neuen Wahltermin solle festgehalten werden, verlangte Steinmeier. Wichtig sei auch, dass diese Wahlen frei und fair verliefen.