Beck: Sowjetische Kriegsgefangene als NS-Verfolgte anerkennen

Beck: Sowjetische Kriegsgefangene als NS-Verfolgte anerkennen
60 Prozent der an die sechs Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen starben bis 1945. Grünen-Politiker Volker Beck schlägt eine eine Entschädigung für die letzten 4.000 Überlebenden vor, die zumindest einen symbolischen Charakter haben solle.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee hat der Grünen-Politiker Volker Beck die Anerkennung der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen als Verfolgte des NS-Regimes gefordert. "Die Zeit läuft ab", schreibt der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion in einem Beitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstagsausgabe). Nur noch etwa 4.000 Betroffene seien am Leben.

"Es wäre beschämend und traurig, würde sich der Bundestag weiter verweigern, das schwere Unrecht, das an den sowjetischen Kriegsgefangenen begangen wurde, ausdrücklich als nationalsozialistisches Unrecht anzuerkennen", schreibt Beck. Er schlägt "eine Art Entschädigung" vor, die zumindest symbolischen Charakter haben solle. Eine solche Geste wäre "auch ein starkes Signal der historischen Verantwortung und der Völkerfreundschaft gegenüber den Völkern Russlands, Weißrusslands und der Ukraine".

Die deutsche Wehrmacht hatte während des Russlandfeldzugs ab 1941 zwischen 4,5 und sechs Millionen Sowjets gefangen genommen. Mehr als 60 Prozent von ihnen starben bis 1945. Die Überlebenden leiden bis heute unter den gesundheitlichen und sozialen Folgen. Bei ihrer Rückkehr in die Sowjetunion nach Kriegsende wurden sie unter Stalin der Kollaboration verdächtigt und erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vollständig rehabilitiert.

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