Studie: Deutsche stehen Israel skeptisch gegenüber

Studie: Deutsche stehen Israel skeptisch gegenüber
48 Prozent der Deutschen haben einer Bertelsmann-Studie zufolge eine schlechte Meinung über Israel. Jeder zweite Deutsche lehne die politische Unterstützung Israels im Nahostkonflikt ab. Nur ein Viertel der Israeliten sehe Deutschland hingegen negativ.

Die Deutschen blicken einer neuen Umfrage zufolge skeptisch auf Israel. 50 Jahre nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen hätten 48 Prozent der Befragten eine schlechte Meinung über Israel, heißt in einer am Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Die Israelis sehen Deutschland dagegen deutlich positiver.

###mehr-artikel###

Sorge bereitet dem Leiter der Studie, Stephan Vopel, vor allem die Einstellung junger Deutscher zu Israel. Unter den 18- bis 29-Jährigen haben 54 Prozent eine ablehnende Haltung. "Wir müssen mehr Gelegenheiten für direkte Begegnungen zwischen den Jugendlichen beider Länder schaffen", forderte der Israel-Experte der Bertelsmann Stiftung.

In Israel haben laut Umfrage 68 Prozent eine gute Meinung über Deutschland, so viele wie nie zuvor. Nur knapp jeder vierte Israeli (24 Prozent) sieht Deutschland negativ. Die Mehrzahl der Israelis (84 Prozent) erhofft sich von der deutschen Bundesregierung eine politische Unterstützung ihrer Position im Nahostkonflikt. Jeder zweite Deutsche lehnt dies dagegen ab.

Auch beim Umgang mit dem Holocaust offenbart die Studie deutliche Unterschiede. So wollten 81 Prozent der Befragten die Geschichte der Judenverfolgung "hinter sich lassen" und sich gegenwärtigen Problemen widmen, erklärte die Bertelsmann Stiftung. 58 Prozent der befragten Deutschen forderten gar einen regelrechten Schlussstrich. Dies lehnten drei Viertel der Israelis ab. Nur jeder Fünfte bejahe diese Forderung, hieß es.

Zentrale Ergebnisse der Studie waren bereits vorab von der Zeitung "Bild am Sonntag" veröffentlicht worden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte daraufhin, die Erinnerung an die Gräuel der NS-Diktatur wachzuhalten. Eltern müssten ihren Kindern vermitteln, dass es keinen Schlussstrich unter den Holocaust geben kann, sagte der Sozialdemokrat.