Flüchtlingsrat: Unter Migranten in Dresden herrscht große Angst

Flüchtlingsrat: Unter Migranten in Dresden herrscht große Angst
Die "Pegida"-Demonstrationen in Dresden haben aus Sicht des sächsischen Flüchtlingsrats die Migranten in der Stadt verunsichert. Der Geschäftsführer der Organisation, Ali Moradi, sprach am Dienstag im Deutschlandfunk von einer vergifteten Atmosphäre in der Stadt und großer Angst unter den Menschen.

Dass es in Sachsen Ausländerhass und Rassismus gebe, sei nicht neu. "Aber was wir in den letzten zehn Wochen hier erleben, wird von Woche zu Woche immer schlimmer", sagte Moradi. Montags sei die Dresdner Innenstadt fast zum No-Go-Area für Migranten geworden.

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Frauen mit Kopftuch trauten sich nicht auf die Straße, Eltern schickten ihre Kinder teils nicht in die Schule. Er könne die Angst der Flüchtlinge nachvollziehen, weil die Mitläufer von "Pegida" keine bequemen Leute seien, sagte Moradi.

Zugleich kritisierte der gebürtige Iraner, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt, die sächsische Landeszentrale für politische Bildung, weil sie "Pegida" die Plattform für eine Pressekonferenz geboten habe. Wichtiger als der Dialog mit "Pegida"-Anhängern sei, mit den Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund zu sprechen, die jetzt große Angst haben.

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Nach Worten des Flüchtlingsratssprechers ist nach dem Tod des Asylbewerbers Khaled Bahray vergangene Woche in Dresden das Misstrauen unter den Migranten gegenüber der Polizei sehr groß. Die sächsische Polizei ging zunächst von keinem Fremdverschulden aus, obwohl der 20-Jährige aus Eritrea Stichverletzungen aufwies. Er hoffe, dass die Panne eine einmalige Panne bleibe, sagte Moradi dem Sender. Er habe Vertrauen in der Dresdner Polizeipräsidenten Dieter Kroll: "Ich kenne ihn als gradlinig und hoffe, er wird von anderen Seiten nicht beeinflusst und er wird hier ein glasklares Ergebnis vorlegen."