Hohe Haftstrafen für 23 Ex-Geheimdienst-Mitarbeiter in Chile

Hohe Haftstrafen für 23 Ex-Geheimdienst-Mitarbeiter in Chile
Ein Berufungsgericht in Chile hat 23 Geheimdienst-Mitarbeiter aus der Zeit der Militärdiktatur zu Haftstrafen zwischen vier und 13 Jahren verurteilt.

Die Männer sind laut Richter Hernán Crisosto für das Verschwinden eines sozialistischen Aktivisten im Jahr 1974 verantwortlich, wie die Zeitung "La Nación" am Freitag berichtete. Zu den Verurteilten zählt der ehemalige Chef des Geheimdienstes DINA, Manuel Contreras (85). Mit der jetzigen Haftstrafe von 13 Jahren summiert sich die Gesamtstrafe des bereits mehrfach verurteilten Contreras auf über 400 Jahre. Ein Angeklagter wurde frei gesprochen.


Der 34-jährige Sozialist Bernardo de Castro war im September 1974 von Geheimdienstmitarbeitern gewaltsam aus seinem Haus verschleppt worden. Seit Oktober 1974 fehlt von ihm jede Spur. Zuvor war er von Mithäftlingen in zwei Gefangenenlagern gesehen worden. Im Juli 1975 stand sein Name auf einer von der chilenischen Presse veröffentlichten Liste mit 119 Personen, die angeblich bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen linken Oppositionellen getötet wurden. Später stellte sich heraus, dass die genannten Regimekritiker einer Mordaktion des Geheimdienstes unter dem Decknamen "Operation Colombo" zum Opfer gefallen waren.

Während der chilenischen Militärdiktatur (1973-1990) unter General Augusto Pinochet wurden mehr als 3.000 Menschen ermordet und Zehntausende gefoltert.

Meldungen

Top Meldung
Wegen der Corona-Pandemie wurde der kirchliche Aktionstag gegen Atomwaffen in Büchel ins Internet verlegt. Die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Kurschus und der Mainzer Bischof Kohlgraf stellten sich an die Seite kirchlicher Friedensgruppen.