Fünf Jahre nach Erdbeben: Haiti weiter auf Hilfe angewiesen

Lager für Erdbebenflüchtlinge in Haiti

Foto: imago/imagebroker

Fünf Jahre nach dem Erdbeben verlassen die ersten Bewohner das Lager für Erdbebenflüchtlinge in Port-au-Prince.

Deutschland spricht 2019
Fünf Jahre nach Erdbeben: Haiti weiter auf Hilfe angewiesen
Fünf Jahre nach dem schweren Erdbeben in Haiti braucht das karibische Land nach Einschätzung deutscher Hilfsorganisationen weiter Hilfe.

"Wir wollen die haitianische Regierung dabei unterstützen, eigene tragfähige Konzepte für die dauerhafte Entwicklung des Landes zu finden", erklärte Dirk Guenther von der Welthungerhilfe am Donnerstag in Bonn. Die Kindernothilfe hält vor allem Investitionen in Bildung für dringend notwendig.

Die Welthungerhilfe will ihre Aufbauprogramme zur Überlebenshilfe und zur Entwicklung der Landwirtschaft in Haiti zum Ende des Jahres abschließen. Zukünftig soll der Schwerpunkt auf der Stärkung der Kräfte vor Ort liegen. Das Land dürfe nicht dauerhaft von humanitärer Hilfe aus dem Ausland abhängig bleiben, betonte Guenther. "Damit wird die Eigeninitiative gelähmt."


Um den langfristigen Wiederaufbau des Landes zu unterstützen, wollen auch andere Hilfsorganisationen weiterhin vor Ort bleiben. Unter anderem hat Malteser International angekündigt, den Einsatz auf Haiti mindestens bis zum Jahr 2017 zu verlängern. Ziel sei es, die lokalen Partnerorganisationen vor Ort so zu stärken, dass sie das Projektmanagement selbst übernehmen können, erklärte Malteser-Programmkoordinator Thomas Hüfken.

"Auch wenn wir den Menschen in den letzten fünf Jahren wirklich helfen konnten, ist eine optimale Lösung für die über Jahrzehnte gewachsenen Strukturprobleme nicht in Sicht und das Land weiterhin auf Unterstützung angewiesen", erklärte die Geschäftsführerin des Bündnisses "Aktion Deutschland Hilft", Manuela Roßbach, am Donnerstag in Bonn. Die 16,2 Millionen Euro an Spenden, die nach der Katastrophe bei "Aktion Deutschland Hilft" eingegangen seien, seien inzwischen komplett aufgebraucht. Die 13 Mitgliedsorganisationen des Hilfsbündnisses hätten damit Nahrungsmittel, Wasser, Kleidung und Medikamente verteilt sowie Notunterkünfte, Schulen und erdbebensichere Häuser gebaut.

Besonders die Kinder litten bis heute noch unter den Folgen des Bebens, teilte die Kindernothilfe in Duisburg mit. Nur jedes vierte Kind im Grundschulalter besuche eine Schule, jedes dritte Kind sei unterernährt.

Haiti zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Am 12. Januar 2010 verwüstete ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Insel, unter dessen Folgen die Bewohner immer noch leiden. Rund 200.000 Menschen starben, etwa 2,3 Millionen weitere wurden obdachlos. Danach brach eine Cholera-Epidemie aus. Mehr als 8.300 Menschen starben an der Seuche, die vermutlich von UN-Blauhelmsoldaten eingeschleppt wurde.

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