Diakoniepräsident Lilie setzt auf die Schmerzmedizin

Diakoniepräsident Lilie setzt auf die Schmerzmedizin
Diakoniepräsident Ulrich Lilie hat dazu aufgerufen, alle Möglichkeiten moderner Schmerzmedizin auszuschöpfen.

Dazu müssten Hausarzt, ambulante und stationäre Pflege sowie Krankenhäuser enger zusammenarbeiten, forderte Lilie am Freitag in Frankfurt am Main. "Die Mittel im System sind vorhanden, sie müssen nur neu geordnet werden." Der Präsident der Diakonie Deutschland, der seit Anfang September im Amt ist, besuchte in Frankfurt ein Krankenhaus und eine Pflegeeinrichtung des evangelischen Gesundheitskonzerns Agaplesion und diskutierte mit Vorstand und Mitarbeitern.  

Lilie sprach sich nach dem Besuch entschieden gegen jede Form von organisierter und kommerzialisierter Sterbehilfe aus. Die öffentliche Debatte über Sterbehilfe finde vor allem in Talkshows statt und betreffe lediglich eine kleine Gruppe schwerkranker Menschen mittleren Alters, sagte er. Dort gehe es vor allem um das Thema Selbstbestimmung, die Möglichkeiten der modernen Palliativ-Versorgung würden oft nur am Rande behandelt.

Der Diakonie-Präsident rief auch dazu auf, sich wieder mehr den Menschen zuzuwenden. Statt "High Tech" in der Pflege sei künftig "High Touch" gefragt. Die Entwicklung gehe hin zu einer "Care Community", einer Gesellschaft, in der alle an der Pflege ihrer Alten und Kranken teilnehmen. Diakonie und Kirche könnten dazu besondere Beiträge liefern, sagte Lilie.

Die gemeinnützige Agaplesion Aktiengesellschaft ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Gesundheitskonzern in Deutschland und der größte evangelische. Zu der Gesellschaft gehören mehr als hundert Einrichtungen, darunter 29 Krankenhausstandorte mit rund 6.300 Betten, 34 Wohn- und Pflegeeinrichtungen und drei Hospize. Für den Konzern arbeiten mehr als 19.000 Frauen und Männer. Die Umsatzerlöse aller Einrichtungen inklusive der Beteiligungen betragen mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr.

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