Passauer Bischof Oster sieht katholische Kirche im Umbruch

Passauer Bischof Oster sieht katholische Kirche im Umbruch
Der Passauer Bischof Stefan Oster sieht die katholische Kirche in Deutschland und in seiner eigenen Diözese in einem "dramatischen Umbruchsprozess".

Die gegenwärtige Struktur im Bistum Passau werde nur noch bis zum Jahr 2020 halten, sagte Oster der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). Schon heute müsse man "sehr deutlich" die Unterstützung indischer Priester in Anspruch nehmen, da die Personallücken nicht mehr aus eigenen Kräften gefüllt werden könnten.


Der Passauer Bischof, der im Mai ins Amt kam, verwies auch auf den massiven Rückgang der Kirchenbesuche, die ihn noch mehr erschreckten als die ebenfalls massiven Austrittszahlen. Eine eben gegründete Kommission unter dem Arbeitstitel "Neuevangelisierung" sei ein erster Versuch, Antworten auf den Umbruchsprozess zu finden.

Da immer weniger Menschen über ihren eigenen Glauben Bescheid wüssten und klassische Formen der Verkündigung wie Religionsunterricht und Predigt "nicht mehr wirklich" griffen, sei man auf der Suche danach, wo man als erwachsener Mensch in der heutigen Kirche "lernen kann, was wir glauben".
Im Wesentlichen gehe es um "Selbstevangelisierung", sagte Oster: "Ich glaube nicht, dass wir den Säkularisierungsprozess aufhalten können, aber ich glaube, dass sich Inseln bilden können, Gemeinschaften, Orte, wo plötzlich Dynamik des Evangeliums entsteht und Leute sagen: Wir glauben."

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