Gröhe beklagt Unsicherheiten bei Aids: Kein Kuss für HIV-Positive

Gröhe beklagt Unsicherheiten bei Aids: Kein Kuss für HIV-Positive
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat anhaltende Unsicherheiten und Ängste im Umgang mit Aids beklagt. HIV-Infizierte sollten nicht befürchten müssen, beim Arzt benachteiligt oder in der Gesellschaft stigmatisiert zu werden, sagte Gröhe zum Welt-Aids-Tag am Montag in Berlin.

In einer Umfrage in Deutschland lehnte es fast jeder Zweite ab, einen HIV-Positiven zu küssen, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mitteilte. 20 Prozent würden einen HIV-infizierten Bäcker meiden und ebenso viele den Arzt wechseln, wenn seine Krankheit bekannt würde. Gröhe zeigte sich dennoch überzeugt, dass die Präventionsarbeit viel erreicht hat. So kannten laut der repräsentativen Befragung 99 Prozent die Übertragungswege von HIV. Fast alle Befragten wussten außerdem, dass keine Infektionsgefahr besteht, wenn man Aids-Kranken die Hand reicht. HIV kann nur übertragen werden, wenn das Virus in großer Menge in den Körper oder auf Schleimhaut gelangt.

Laut der Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Martina Wenker, steigt seit Beginn des neuen Jahrtausends die Zahl der Neuinfektionen in den westlichen Ländern. "Dies dürfte auch daran liegen, dass die massive Aufklärungswelle der 90er Jahre verebbt ist", sagte sie. Risiken dürften nicht durch Unsicherheit falsch eingeschätzt werden, und man dürfe sich nicht in falscher Sicherheit wähnen. Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts haben sich vergangenes Jahr rund 3.200 Menschen in Deutschland mit dem Aids-Erreger HIV angesteckt.

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