Bedford-Strohm kritisiert ungerechte Verteilung von Reichtum

Bedford-Strohm kritisiert ungerechte Verteilung von Reichtum
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat am Buß- und Bettag zur "öffentlichen Buße" über die ungleiche Verteilung des weltweiten Reichtums aufgefordert.

"Es gibt noch immer einen goldenen Vorhang, der die arme und die reiche Welt trennt", sagte der bayerische Landesbischof am Mittwoch in seiner Predigt in der Münchner St. Matthäuskirche.


So besäßen die 85 reichsten Menschen der Welt eben so viel Vermögen wie die 3,5 Milliarden ärmsten. Bedford-Strohm bezeichnete es laut vorab verbreitetem Predigttext als "traurige Realität, dass jeden Tag viele Tausend Menschen sterben, weil sie nicht die Nahrung oder Medizin haben, die sie brauchen. Das ist eine Bankrotterklärung für unser Wirtschaftssystem".

Die gestiegene Zahl an Flüchtlingen nach Europa sei eine Folge dieser weltweiten Ungerechtigkeit, betonte der EKD-Ratsvorsitzende in dem ARD-Fernsehgottesdienst: "Es kommen Menschen, die zu Hause so viel Not erfahren, dass es ihre einzige Hoffnung ist, auf überfüllten Booten ihren Weg übers Mittelmeer nach Europa zu suchen."

Bedford-Strohm kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Handelspolitik der Industrieländer. Sie werde "noch immer als Instrument der eigenen wirtschaftlichen Interessen" verstanden. Stattdessen bräuchten arme Länder geschützte Märkte, um dort ihre eigenen Produkte verkaufen zu können. Zwar gebe es noch keinen "genauen Bauplan für die Weltwirtschaft, in der alle in Würde leben können", sagte der bayerische Landesbischof weiter. Allerdings könne der Buß- und Bettag dazu anregen, "dass wir den jetzigen Zustand nie und nimmer hinnehmen".

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