Wulff mit Toleranzpreis ausgezeichnet

Wulff mit Toleranzpreis ausgezeichnet
Der Ex-Bundespräsident habe ein wichtiges Thema für die Integration von Muslimen in Deutschland angestoßen, hieß es zur Begründung. In seiner Dankesrede nahm Wulff Bezug auf die aktuellen Kämpfe im Irak und in Syrien.

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff (CDU) ist mit dem Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing ausgezeichnet worden. Wulff habe mit seiner berühmt gewordenen Aussage von 2010, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland, ein wichtiges Thema für die Integration von Muslimen angestoßen, sagte der Juryvorsitzende und ehemalige bayerische Ministerpräsident, Günther Beckstein (CSU), bei der Preisverleihung am  Donnerstagabend.

Wulff ging in seiner Dankesrede unter anderem auf die aktuellen Entwicklungen im Irak und in Syrien ein. Die Terroristen des "Islamischen Staates" missbrauchten den Namen ihrer Religion. Brutale Terroristen hätten nichts mit Millionen friedlicher Muslime zu tun. "Sie werfen ein globales Problem der Orientierung und Verführung junger Menschen durch den Missbrauch von Religion auf", sagte Wulff.

Zugleich rief er zu mehr Toleranz auf: "Ich wünsche mir ein Miteinander der Religionen. Parallelgesellschaften zu verhindern, geht am besten durch Hinwendung." Das Zusammenleben in einer pluralen und multireligiösen Gesellschaft könne nur gelingen, wenn Menschen bereit seien, sich offen auf die Sicht des Anderen einzulassen. Mehr als 14 Millionen Muslime leben laut Wulff derzeit in Europa; damit sei der Islam zur zweitgrößten Religionsgemeinschaft neben dem Christentum geworden.

Die türkischstämmige Publizistin Hilal Sezgin sagte in ihrer Laudatio auf den Preisträger, Wulff habe sich schon als Ministerpräsident von Niedersachsen gegen Islamfeindlichkeit und für eine offene Gesellschaft eingesetzt. Die  Integration von Muslimen sei wichtig, denn wer sich hier nicht akzeptiert fühlt, suche sich womöglich andere Gruppen, sagte sie auch mit Blick auf den IS-Terror. Wer glaubt, man könne Gott mit Krieg und Feuer dienen, der missverstehe den Islam.

Den Toleranz-Preis in der Kategorie Zivilcourage ging an die ehrenamtliche Sprecherin des Chaos Computer Clubs und die Kolumnistin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), Constanze Kurz. Sie wurde laut Akademiedirektor Udo Hahn vor dem Hintergrund der zahlreichen Überwachungsskandale der vergangenen Jahre für ihr "vorbildliches Engagement als unbequeme Mahnerin auf dem Gebiet des Datenschutzes und der Datensicherheit" geehrt.

In ihrer Dankesrede sagte Kurz, sie habe als Ost-Berlinerin miterlebt, wie übermächtig Geheimdienste sein können. Sie wolle ihnen gegenüber nicht "kuschen", außerdem habe sie in der DDR gelernt, Obrigkeitshörigkeit hinter sich zu lassen und eine gesunde Portion Skepsis gegenüber staatlichen Institutionen zu haben. Sie wolle sich weiter für eine digitale Zukunft einsetzen, in der die Menschenrechte geachtet werden. "Technik ist nicht gottgegeben. Deshalb sollten wir sie gestalten und müssen sie auch gestalten."

Bisherige Preisträger des Toleranzpreises waren der frühere Bundespräsident Roman Herzog, der Dirigent Daniel Barenboim, der Schriftsteller Henning Mankell, der Aga Khan, die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und der Musiker Peter Maffay. Die undotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben. Sie soll Persönlichkeiten würdigen, die sich für die Verständigung zwischen Menschen,  Nationen, Religionen und Kulturen einsetzen.

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