Offenbar Bewegung im Geiseldrama auf den Philippinen

Deutschland spricht 2019
Offenbar Bewegung im Geiseldrama auf den Philippinen
Im Geiseldrama um die zwei entführten Deutschen auf den Philippinen gibt es offenbar Bewegung.

Das philippinische Nachrichtenportal "Philstar" berichtete am Freitag, die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf habe Lösegeld erhalten. Ein Vertrauter des Abu-Sayyaf-Sprechers Abu Rami wurde mit den Worten zitiert: "Sie haben das Geld schon geliefert." Eine Bestätigung gibt es dafür noch nicht.

Die Entführer hatten mit der Ermordung einer der beiden Geiseln gedroht. Um 11 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit war das nochmals um zwei Stunden verlängerte Ultimatum abgelaufen. Die Terroristen forderten, dass Deutschland sich nicht länger am Kampf gegen die arabische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) beteiligt.

Das Auswärtige Amt hatte am Mittwoch seinen Krisenbeauftragten Rüdiger König auf die Philippinen entsandt, wie eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte. Zu Auftrag und Aufgaben machte sie keine Angaben. Auch zu einer angeblichen Lösegeldforderung in Höhe von vier Millionen Euro äußerte sich das Ministerium nicht.

Das deutsche Ehepaar war im April bei einem Segeltörn im muslimischen Süden der Philippinen entführt worden. Abu Sayyaf hatte im Jahr 2000 auch die Göttinger Familie Wallert verschleppt. Die Gruppe soll über 300 bewaffnete Kämpfer verfügen und bekennt sich inzwischen zur Terrormiliz IS, die in Syrien und im Irak mit Waffengewalt Gebiete unter ihre Kontrolle beherrscht.