Ebola-Pfleger in Liberia streiken für höhere Gefahrenzulage

Ebola-Pfleger in Liberia streiken für höhere Gefahrenzulage
Das Pflegepersonal für Ebola-Patienten in Liberia ist am Montag für eine Erhöhung ihrer Gefahrenzulage in den Streik getreten.

Gespräche mit der Regierung seien gescheitert, sagte ein Krankenpfleger am Montag dem amerikanischen Auslandssender Voice of America. Die Pfleger, die in direktem Kontakt mit den hochansteckenden Ebola-Patienten sind, fordern neben der Zulage auch bessere Schutzkleidung und eine Versicherung für den Todesfall. Mehr als 200 Pfleger und Mediziner haben sich seit Ausbruch der Ebola-Epidemie in Liberia mit dem Virus infiziert, jeder zweite ist gestorben.

Die Pfleger fordern eine monatliche Gefahrenzulage von 700 US-Dollar (rund 550 Euro), zusätzlich zu ihrem monatlichen Grundgehalt von 200 bis 300 Dollar. Die Regierung, die der Zulage zuvor zugestimmt hatte, lehnt den Betrag als zu hoch ab und will weniger als die Hälfte zahlen. Eine schnelle Einigung ist ungeachtet der kritischen Situation nicht in Sicht. Beide Seiten bekräftigten am Sonntag ihre Positionen. Die Regierung entließ am Freitag zudem mehrere führende Gewerkschaftsmitglieder aus dem staatlichen Gesundheitsdienst.

Ähnliche Streitigkeiten hatten bereits im Nachbarland Sierra Leone zu Streiks geführt. In beiden Ländern wächst die Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte mehrmals gefordert, Gefahrenzulagen für medizinisches Personal müssten Teil der Strategie gegen das Ebola-Virus sein. Liberia ist das Land mit den meisten Ebola-Fällen. Bis zum 8. Oktober registrierte die WHO dort mehr als 4.000 Kranke, über 2.300 Menschen starben. Weitere Schwerpunktländer sind Sierra Leone und Guinea. Insgesamt steckten sich dort laut WHO knapp 8.400 Menschen mit dem Virus an, über 4.000 starben. Doch die Dunkelziffer wird weit höher geschätzt.

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