Interkulturelles Training für Sicherheitsdienste gefordert

Interkulturelles Training für Sicherheitsdienste gefordert
Der Flüchtlingsbeauftragte der Pfalzplädiert für strenge Regeln für Sicherheitsdienste in Flüchtlingsunterkünften - und bietet sich selbst als Trainer für interkulturelle Schulungen an.

Der Flüchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz, Reinhard Schott, fordert ein interkulturelles Training für Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen, die Flüchtlingseinrichtungen bewachen. Der Einsatz privater Firmen müsse an strenge Vorgaben gebunden sein, sagte Schott in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Flüchtlingsschutz sei eine staatliche Aufgabe, für die die Polizei zuständig sei. Vor knapp zwei Wochen waren mutmaßliche Misshandlungen von Flüchtlingen durch Wachleute bekannt geworden.

Mitarbeiter von Wachdiensten müssten ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, sagte Schott. So lasse sich verhindern, dass wegen Gewaltdelikten vorbestrafte Bewerber im sensiblen Bereich des Flüchtlingsschutzes eingesetzt werden. Zudem müssten Wachleute geschult werden, damit sie bei Konflikten unter Flüchtlingen unterschiedlicher Herkunft und Kultur richtig handeln könnten. Er selbst biete sich als Trainer für interkulturelle Schulungen an.

Schott kritisierte, dass das Land Rheinland-Pfalz und viele Kommunen private Sicherheitsdienste aus Kostengründen zur Bewachung von Flüchtlingsunterkünften einsetzten. In vielen Verwaltungen fehle offenbar der Weitblick dafür, dass bei der Betreuung von oft traumatisierten Flüchtlingen eine besondere Sorgfalt nötig sei. Die Träger von Flüchtlingseinrichtungen sollten dafür unabhängiges Fachpersonal von Wohlfahrtsverbänden wie Sozialarbeiter einstellen.

Ausländerfeindliche Ausschreitungen gegen Flüchtlinge erwarte er derzeit nicht. Die meisten Bürger seien vielmehr bereit, mehr Betroffene aufzunehmen. "Wir müssen angesichts des Elends unsere Türen weiter öffnen", forderte Schott.

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